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UTTWIL: Wo Musiker mal gerne baden gehen

Zurzeit finden im Dorf bereits die zehnten Uttwiler Meisterkurse statt. 18 junge Künstler feilen an einmalig schöner Lage an ihrem Spiel und sind voll des Lobes.
Heime Müller und Benjamin Gatuzz bei der Probe. (Bild: Christof Lampart)

Heime Müller und Benjamin Gatuzz bei der Probe. (Bild: Christof Lampart)

«Ich bin gestern nach dem Kurs bei der Haab-Villa in den Bodensee gestiegen und hierher geschwommen, wo ich dann schon am Ufer mit einem Badetuch erwartet wurde. Wo sonst gibt es denn so was?», fragt ein relaxt dreinblickender Eckard Manke in der Uttwiler «Seeburg» in die Runde, wo der bekannte Dirigent aus Konstanz gerade Margrit Stickelberger-Eder einen kurzen Besuch abstattet. Dabei ist dieser nur teilweise der Höflichkeit, sondern auch der Professionalität geschuldet. Denn die Dame des Hauses ist nicht nur eine reizende Gastgeberin, sondern überdies auch für die Gesamtleitung der Uttwiler Meisterkurse verantwortlich.

Und diese haben am Tag zuvor begonnen. Manke wird eine jener Stimmen sein, die zählen, wenn die Besten der Besten für das Preisträgerkonzert ausgewählt werden. «Da muss man dann schon genau hinhören, um allen gerecht zu werden. Aber als Arbeit empfinde ich die Uttwiler Meisterkurse nicht. Im Gegenteil: für mich sind sie Erholung pur», schwärmt Manke.

«Ich wollte wieder dabei sein»

Ob Benjamin Gatuzz im gleichen Zusammenhang von «Erholung» sprechen würde? Immerhin hat sich der 27jährige venezolanische Violinist, welcher gegenwärtig in Graz an seinem Bachelor arbeitet, bereits nach 2016 zum zweiten Mal hier angemeldet, um «zu lernen und mich immer weiter zu verbessern». Aber warum muss es gerade Uttwil sein? «Beim ersten Mal hat mich mein Professor darauf aufmerksam gemacht. Und nach den letztjährigen, sehr positiven Erfahrungen, war es für mich klar, dass ich wieder hier dabei sein wollte», erklärt Gatuzz. Eine dieser positiven Erfahrungen dürfte sicherlich gewesen sein, dass der junge Mann aus Caracas einer jener Auserwählten ist, welche am 15. Oktober im Festsaal des Konstanzer Insel-Hotels mit der Südwestdeutschen Philharmonie das Konzert der Preisträger 2016 bestreiten dürfen. Doch Uttwil war und ist für den sehr sympathischen jungen Künstler nicht nur deshalb eine Reise wert: «Hier stimmt organisatorisch alles. Die Lage ist schön, das Essen gut, die Wege sind kurz, und die Leute sehr freundlich», lacht er.

Eine ganze Stunde täglich

«Doch das Wichtigste ist natürlich die grosse Qualität des Unterrichts», fügt Gatuzz schnell hinzu. Dabei hätte er ruhig auch auf die «Quantität» des Unterrichts verweisen können. Denn während an anderen Meisterkursen die Dozenten sich gerade einmal täglich zehn Minuten einem Schüler widmen können, kriegt hier jeder der Kursteilnehmer täglich eine ganze Stunde Unterricht. Die dreimal sechs Studenten werden von Koryphäen wie Brigitte Meyer (Klavier), Emil Rovner (Violoncello) und Heime Müller (Violine) unterrichtet. Letzterer tut dies in Benjamin Gatuzz’ Fall laut, fröhlich und extrem zielgerichtet – und Benjamin zieht begeistert voll mit, wenn es darum geht, dem Violine-Konzert von Jean Sibelius ein Höchstmass an romantischem Ausdruck zu verleihen.

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