UTTWIL: «Wir müssen damit leben»

Brand des ehemaligen Restaurants Traube: Die Besitzer wollen das Haus abreissen und es wieder aufbauen. Laut der Gemeinde ist allerdings offen, wie lange das dauert. Denn die Brandursache ist nach wie vor unklar.

Tanja von Arx
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Blickt man durch die Fenster, sieht man den Himmel: Brandruine in Uttwil. (Bild: Reto Martin)

Blickt man durch die Fenster, sieht man den Himmel: Brandruine in Uttwil. (Bild: Reto Martin)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

«Wir müssen damit leben», sagt Stephan Good, Gemeindepräsident von Uttwil. «Diese Brandruine mitten im Dorf ist nicht schön. Aber wir können momentan nichts an der Situation ändern.» Auch ein halbes Jahr nach dem Feuer im ehemaligen Restaurant Traube sei völlig offen, wie lange es daure, bis das Haus abgerissen sei und ein neues wieder aufgebaut werden könne, das sich ins Ortsbild einpasse. Denn die Brandursache sei nach wie vor unklar.

Polizei hat Ermittlungen abgeschlossen

Mitte November traf man sich am runden Tisch. Die Besitzer haben der Gemeinde vorgetragen, ein neues Gebäude zu errichten, das in Form, Grösse und Kubatur der früheren «Traube» ähnelt. Lars Oliver Schneider, Verwaltungsratspräsident der Spartacus Group AG, der das Riegelhaus aus dem Jahr 1838 gehört, sagt: «Der Abriss findet nächsten Monat statt.» Nachdem die Polizei ihre Ermittlungen Ende August abgeschlossen hätte und das Areal freigegeben, habe vor wenigen Tagen auch die Gebäudeversicherung grünes Licht gegeben.

Die Gutachter hätten den Schaden unterschiedlich eingeschätzt. Zwar seien sie alle zum Schluss gekommen, dass das ehemalige Restaurant dem Brand vollständig erlegen wäre. Jedoch hätten sie den Anbau aus den 80ern und den Gewölbekeller unterschiedlich bewertet, was Unterredungen mit der Spartacus Group AG nötig gemacht hätte. Schneider will nun am ursprünglichen Bauvorhaben mit Namen «Salz und Korn» festhalten. Dieses sieht ein Wohn- und Gewerbehaus anstelle der früheren «Traube» vor und einen mehrgeschossigen Wohnbau anstelle des Anbaus. Erste Pläne lägen bereits vor, sagt der Verwaltungsratspräsident. Ihm sei wichtig, dass das Gebäude durch seine Zweckausrichtung Teil des Gemeindelebens bleibe. Der Wiederaufbau soll 2019 fertiggestellt sein.

Dafür muss die Spartacus Group AG eine neue Baubewilligung beantragen. Für das ursprüngliche Projekt hatte seit Herbst 2014 eine vorgelegen, die der Gemeinderat verlängert hatte. Unterdessen ist das Gelände abgesperrt. «Das Haus ist einsturzgefährdet, und es soll niemand zu Schaden kommen», sagt Gemeindepräsident Good.

«Mir liegt bis heute kein Gutachten vor»

Verwaltungsratspräsident Schneider sagt, die Untersuchungen seien ohne einen Hinweis auf Brandstiftung beendet worden. «Ein abschliessender Bericht über die Brandursache liegt mir bis heute aber nicht vor.» Stefan Haffter, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau, teilt auf Anfrage mit: «Die Ermittlungen sind nach wie vor im Gange. Aus taktischen Gründen können wir keine weiteren Auskünfte erteilen.»