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UTTWIL: In Asien geht eine Tür auf

Fredy Iseli hofft, mit seinem Ecocell-Bausystem auf der Basis von Altpapier in China Fuss fassen zu können. Die ersten Kontakte sind vielversprechend.

Es kommt möglicherweise anders, als es sich der Uttwiler Architekt vorgestellt hat. Aber besser. Fredy Iseli sucht industrielle Partner im Ausland, die als Lizenznehmer Fabriken aufbauen, in denen multifunktionale Ecocell-Häuser im Baukasten-System produziert werden können. Der Bedarf an kostengünstigem und schnell verfügbarem Wohnraum sei weltweit enorm, sagte der Unternehmer vor einem Jahr. Er dachte dabei insbesondere an die Millionen Flüchtlinge in Europa oder in den an Syrien angrenzenden Ländern. «Ich bin zuversichtlich, dass jemand bei uns einsteigt», erklärte er damals.

Grund für den Optimismus war der Gewinn des bedeutendsten Umweltpreises in Europa im Jahr 2016. Mit dem Green Tec Award in der Tasche gingen Türen auf, die vorher verschlossen waren. «Ich komme heute heute fast überall rein.»

Stadtpräsident von Jinan zeigt Interesse

Jetzt ist eine Tür aufgegangen zu einem Raum, den Iseli eigentlich gar nicht unbedingt betreten wollte: Es ist die Provinz Shandong, die zu Chinas grössten Wirtschaftsregionen gehört und knapp 100 Millionen Einwohner zählt. Anfang Monat traf er sich als Teil einer Delegegation von Schweizer Unternehmern mit chinesischen Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Iseli präsentierte im Zürcher Fünf-Sterne-Hotel Marriott seine auf Altpapier basierende Betonwabe, die mit Platten aus unterschiedlichen Materialien zu einem Verbundstoff verklebt werden kann. Bei Zhonglin Wang, dem Stadtpräsidenten von Shandongs Hauptstadt Jinan, sei er auf grosses Interesse gestossen, sagt Iseli. Er sei zu einem Nachtessen mit ihm eingeladen worden, bei dem mögliche Formen der Zusammenarbeit diskutiert worden seien. Es folgten weitere Gespräche mit Mitarbeitern aus dem Umfeld des Stadtpräsidenten.

Denkbar sei ein Joint Venture im Betrieb eines Industrieparks, sagt Iseli. «Wir würden dabei das Know-how für den Bau der Maschinen und Anlagen liefern, die dann auch in der Schweiz für die industrielle Produktion der Elemente zum Einsatz kommen könnten und weltweit in Linzenz verkauft werden.» Gleichzeitig müssten die chinesischen Partner das nötige Kapital für die Expansion bei der Ecocell-Muttergesellschaft mit Sitz in Uttwil einschiessen. «Wir stehen bei den Verhandlungen noch am Anfang», sagt Iseli. Aber es sehe nicht schlecht aus.

Die Ecocell-Produktion läuft bereits auf Hochtouren wegen des ersten Grossauftrags in der Höhe von 1,5 Millionen Franken. Es geht um den Umbau der ehemaligen Migros in Emmishofen, wo Iseli«Wohnboxen» installiert.

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.cb

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