UTTWIL: Häuser erzählen Geschichten

Vor 100 Jahren gingen weltbekannte Künstler hier ein und aus. Nun hat die Gesellschaft Frohsinn mit den «Skizzen und Notizen aus Uttwil» ein Buch herausgegeben, das jene Periode wiederaufleben lässt.

Christof Lampart
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Vreni Zumkehr und Ralph Brühwiler präsentieren das Werk «Skizzen und Notizen aus Uttwil». (Bild: Christof Lampart)

Vreni Zumkehr und Ralph Brühwiler präsentieren das Werk «Skizzen und Notizen aus Uttwil». (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch

Der Autor des 84-seitigen Büchleins «Skizzen und Notizen aus Uttwil», der im Toggenburg lebende Journalist Ralph Brühwiler, wusste, woran er sich machte, als er mit den Recherchen begann. Denn zum einen wohnte er selbst einmal zwei Jahre lang im Gästehaus der «Villa Sternheim» in Uttwil. Und zum anderen ist er seit Jahren Mitglied der Gesellschaft Frohsinn und somit mit der kulturellen Vergangenheit des Ortes, der im Verlauf des letzten Jahrhunderts mal romantisches Fischerdorf, mal Treffpunkt der gesellschaftlichen Hautevolee war, bestens vertraut.

Und somit ist Ralph Brühwiler gewissermassen eine Idealbesetzung für dieses Buch. Denn Brühwiler hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mehr über 16 bekannte Häuser zu erfahren – indem er sich nicht nur in den Archiven vergrub und die heutigen Besitzer und Bewohner befragte, sondern auch die Häuser selbst in Augenschein nahm und – nach Fotos – mit Bleistift und Tusche zeichnete.

«Gemacht, was wir machen wollten»

Bei der Vernissage, welche am Freitagabend in der Torggelmühle vonstattenging, erklärte die Präsidentin der Gesellschaft zum Frohsinn, Vreni Zumkehr, zufrieden, dass die Initianten im nun vorliegenden Werk keinerlei Kompromisse eingingen. «Wir haben viel von dem gemacht, was wir auch machen wollten», betonte Zumkehr. Auch für die «Frohsinn» sei es speziell gewesen, nach über 20 Jahren wieder einmal ein Buch herauszugeben. Nicht, dass es an Themen gefehlt hätte, doch «wir wollten unbedingt etwas Neues machen und zwar in einem neuen Kleid», bekräftigte Zumkehr an der Vernissage, welche von rund 50 Personen besucht wurde.

Auch für Uttwils Gemeindepräsident Stefan Good war es «ein sehr spezieller Anlass». Good würdigte das Engagement von «Frohsinn» und Brühwiler mit einigen warmen Worten: «Damit wir auch in Zukunft etwas über die Geschichte unseres Dorfes erfahren können, braucht es Menschen wie euch, die ihren Beitrag dazu leisten, dass die Geschichte Uttwils nicht vergessen geht.» Denn auch im Zeitalter von Internet und Infotainment sei etwas eine unverrückbare Tatsache: «Alles Wichtige steht in Büchern – auch die Geschichte Uttwils.» Für ihn scheine es, so Good, dass Herausgeberin und Autor mit dem Buch «einen Gegensatz zur schnelllebigen Zeit gemacht haben».

Schon sind einige Bilder verkauft

Nicht nur das in einer Erstauflage von 500 Exemplaren erschienene Buch lässt sich käuflich erwerben, sondern auch die zahlreichen Bilder Brühwilers, welche auch an der Buchvernissage zu beiden Seiten der Torggelmühle ausgestellt waren. Die sehr detailliert gehaltenen Bilder verraten jedoch nicht nur einiges über den Ort, sondern auch über das Arbeiten, sind doch viele der grossen Gebäude mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommen worden, was es für den Zeichner manchmal schwierig machte, das Bild in den «normalen» Zustand zurückzuführen. Nichtsdestotrotz erfreuten sich viele der zumeist gelungenen Zeichnungen bei der Vernissage nicht nur bei vielen Betrachtern, sondern auch bei Käufern eines erfreulichen Zuspruchs.