UTTWIL: Ein aufschlussreicher Blick hinter die Fassaden

Die Gesellschaft Frohsinn gibt nach 1998 erstmals wieder ein Buch heraus. Es macht am Beispiel von 16 Häusern Vergangenes wieder gegenwärtig und ist von Ralph Brühwiler geschrieben worden.

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Was hat den Künstler Ernst Ludwig Kirchner bewogen, von einem Umzug nach Uttwil zu träumen? Welche weltberühmten Musiker trugen sich in das Gästebuch eines Hauses am Uttwiler Seeufer ein? Wie lebt es sich heute in einem Haus, in dem eine Prinzessin einst als Hotelière wirkte? In dem von der Kulturgesellschaft Frohsinn herausgegebenen Buch «Skizzen und Notizen aus Uttwil» gibt der Autor Ralph Brühwiler Antworten auf solche Fragen. Das von ihm mit Bleistift-Tusche-Zeichnungen illustrierte Buch lädt zu einem besonderen Spaziergang durch die Geschichte von 16 bedeutenden Häusern und spannt zugleich den Bogen in die heutige Zeit, in dem Eigentümer und Bewohnerinnen der Liegenschaften zu Wort kommen. In Schwarz-Weiss reproduzierten Aufnahmen werden die Gebäude zudem in ihrem «Einst und heute» gegenübergestellt.

In seinem Vorwort betont der Vorstand der Gesellschaft Frohsinn, dass es nicht darum ging, alle wertvollen Hauser luckenlos darzustellen. «So stehen denn die 16 ausgewahlten Objekte nicht nur fur sich allein da, sondern als Bestandteile des gesamten Ortsbildes, in welchem sie wesentliche Akzente setzen.» Das abrupte Ende des traditionsreichen Gasthofs Traube, der wahrend der Entstehungszeit des Buches ein Raub der Flammen wurde, zeige, wie schnell Zeitzeugen verschwinden konnten.

Treffpunkt der vornehmen Gesellschaft aus aller Welt

Dem Autor Ralph Bruhwiler, der Uttwil als ehemaliger Bewohner kennt, war es ein Anliegen, die Historie dieser Bauten anschaulich und lebendig zu gestalten und damit Vergangenheit gegenwartig zu machen. Dank umfangreicher Recherchen und neuerschlossenen Quellen lässt er ­insbesondere die Hotellerie wieder aufleben, welche das Seedorf ab 1893 während zweier Jahrzehnte als «Sommerfrische der Hautevolee aus dem Ausland» prägte.

Diese aussergewöhnliche Periode trug wesentlich zur Bekanntheit Uttwils bei, die später bedeutende Persönlichkeiten aus der Welt der Malerei, der Literatur, Architektur und Musik ins Seedorf führte. In Gesprächen mit den heutigen Hausbesitzern und Bewohnerinnen spürt der Autor früheren Zeiten nach und vermittelt einen spannenden Blick hinter die Fassaden der Häuser. So ermoglicht das Buch auch eine Art Zeitreise bis in die Gegenwart des Jahres 2017, in dem Uttwil das 1200-Jahr-Jubiläum feiert. (red)

Das 84-seitige Buch und die Bleistift-Tusche-Zeichnungen werden der Öffentlichkeit am Pfingstwochenende des 3. und 4. Juni jeweils von 11 bis 16 Uhr im Rahmen einer Ausstellung in der «Torggelmühle» an der Stickelbergerstrasse 9 in Uttwil vorgestellt. Das Buch ist im Buchhandel oder bei der Gesellschaft Frohsinn erhältlich.

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