Untere Altstadt wird Blaue Zone

Die Rosenstadt erhält ein Parkierreglement. Das Ziel sind einheitliche Bestimmungen für das regelmässige längere Abstellen von Fahrzeugen auf öffentlichem Grund.

Erwin Schönenberger
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Die Parkfelder wechseln die Farbe: Der Hirschenplatz in der Bischofszeller Altstadt wird zur Blauen Zone. Bild: Georg Stelzner

Die Parkfelder wechseln die Farbe: Der Hirschenplatz in der Bischofszeller Altstadt wird zur Blauen Zone. Bild: Georg Stelzner

Zwei Jahrzehnte ist es her, seit Bischofszell den ruhenden Verkehr auf dem Gemeindegebiet mit einem Konzept geregelt hat. Inzwischen sind die blauen und weissen Parkfelder zur Gewohnheit geworden. Was aber bisher fehlt, ist ein Reglement. Gemäss kantonalem Richtplan sind die Gemeinden verpflichtet, insbesondere Parkplätze im Ortszentrum zu bewirtschaften.

Eine Kommission der Stadt Bischofszell hat nach intensiven Erhebungen ein Reglement erarbeitet, das diesen Vorgaben entspricht. Am Donnerstagabend waren die Einwohner zu einem Informationsanlass in den Bürgersaal des Rathauses eingeladen. Dort bestand auch die Möglichkeit, zum Reglement Stellung zu beziehen. Rund 20 Interessierte folgten dieser Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich zu einzelnen Punkten zu äussern oder alternative Vorschläge im Rahmen der laufenden Vernehmlassung einzubringen.

Es herrscht kein Mangel an Parkplätzen

Stadtrat Boris Binzegger stellte in einer Präsentation das Projekt vor und betonte, dass die Untersuchungen gezeigt hätten, dass die Zahl der Parkfelder insgesamt ausreichend sei. Was nicht befriedigt, ist die Belegung der verschiedenen Parkiermöglichkeiten. So entspricht das Angebot in der Blauen Zone ungefähr dem Bedarf. Bei den Langzeitparkfeldern besteht tagsüber jedoch eher ein Überangebot.

Nicht bewirtschaftete Langzeitparkfelder werden aber auch häufig durch Kurzzeitparkierer belegt. Zusätzlich wurde festgestellt, dass «wild» parkierte Fahrzeuge auf dem Hofplatz und auf dem Hirschenplatz das Ortsbild und teilweise auch die Attraktivität für die Fussgänger stören.

Im neuen Reglement soll eine einheitliche Regelung für das regelmässige längere Abstellen von Fahrzeugen auf öffentlichem Grund auf dem ganzen Gemeindegebiet angestrebt werden. Zudem gilt es, eine möglichst hohe Verfügbarkeit von Parkiermöglichkeiten im Stadtzentrum für Anwohner, Besucher und Kunden zu gewährleisten.

Auch soll die Nutzung des Parkfelderangebots räumlich besser verteilt werden und die Vermietung von privaten Parkfeldern und Tiefgaragenplätzen im Vergleich zu «Laternengaragen» attraktiver gemacht werden. Geschaffen werden dazu verschiedene Zonen, die unterschiedlich bewirtschaftet werden, wobei Bewirtschaftung nicht unbedingt mit Gebührenpflicht gleichzusetzen ist.

Zur Umsetzung der gesetzten Ziele werden bei der Zoneneinteilung verschiedene Änderungen vorgenommen. Die Blaue Zone umfasst neu die gesamte Altstadt mit Ausnahme der bezeichneten Kurz- und Langzeit- und der gebührenpflichtigen Parkfelder.

Künftig gehört die gesamte untere Altstadt – inklusive Hof- und Hirschenplatz – zur Blauen Zone. Zusätzlich ausgeweitet wird die Blaue Zone auf altstadtnahe Gebiete, welche sonst durch das Ausweichen von Dauerparkierern betroffen sein könnten.

Zu gebührenpflichtigen Kurzzeitparkplätzen sollen neu gut erreichbare Parkplätze auf dem Grubplatz West erklärt werden. Dabei soll die Gebührenpflicht ab einer Stunde gelten. Dasselbe Regime soll für den Bahnhofplatz West gelten. Langzeitparkzonen sind geplant auf dem Bahnhofplatz Ost, im «Verlorne Loch», auf einem grossen Teil des Obertorplatzes sowie auf dem Parkplatz an der Espenstrasse. Parkierverbotszonen sind entlang der Schützengüetlistrasse und an der Bergstrasse vorgesehen.

Reglement regelt Bussen und Wegfahrsperren

Bewohner der Altstadt können weiterhin pro Haushalt bis zu zwei Anwohnerkarten erwerben. Mit der Gebühr für «Laternengaragen» soll der Tendenz entgegengewirkt werden, dass privat erstellte Parkfelder und Tiefgaragenplätze unbenutzt bleiben und Fahrzeuge in der Nacht auf öffentlichem Grund abgestellt werden.

Zusätzlich regelt das Parkierreglement die Höhe allfälliger Bussen bei Verstössen, die Möglichkeit für das Anbringen von Wegfahrsperren sowie das Abtransportieren falsch abgestellter Motorfahrzeuge.