Unter professioneller Führung

WEINFELDEN. Stefan Jünger löst Martin Eggmann an der Spitze der Stützpunktfeuerwehr Weinfelden ab. Der Wechsel ist mit einer neuen Regelung verbunden: Der Kommandant ist jetzt zu 50 Prozent ein Gemeindeangestellter.

Urs Bänziger
Merken
Drucken
Teilen
Kommandowechsel: Stefan Jünger übernimmt das Steuer von Martin Eggmann. (Bild: Urs Bänziger)

Kommandowechsel: Stefan Jünger übernimmt das Steuer von Martin Eggmann. (Bild: Urs Bänziger)

Er mache dem Jüngeren Platz, schmunzelt Martin Eggmann. Nun, sein Nachfolger heisst Jünger, ist aber ein Jahr älter. Seit sieben Jahre ist Eggmann Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Weinfelden. Auf Ende des Jahres übergibt er das Kommando an seinen Stellvertreter, Stefan Jünger.

Berufliche Veränderungen haben Martin Eggmann bewogen, das Kommando abzugeben. 1000 bis 1300 Stunden im Jahr war Eggmann für die Feuerwehr da. Durch die neue berufliche Situation sei die Belastung zu gross geworden, sagt Eggmann.

Halbtags für die Feuerwehr da

Die grosse zeitliche Belastung haben den Gemeinderat veranlasst, das Kommando der Feuerwehr neu zu regeln. Stefan Jünger wird zur Hälfte ein Gemeindeangestellter. Im Gegensatz zu Eggmann wird Jünger einen Lohn erhalten. Unter dem Strich ein Mehraufwand, der sich lohnen werde, betont Hans Eschenmoser, im Gemeinderat Ressortverantwortlicher für die öffentliche Sicherheit. Jünger wird in einem 50-Prozent-Pensum als Feuerwehrkommandant tätig und in der Regel nachmittags im Büro in der Gemeindeverwaltung sein. Er kann in diesem halben Tag Arbeiten erledigen, die sein Vorgänger meistens am Abend verrichten musste. Er wird zusätzliche administrative Aufgaben vom Führungsstab übernehmen.

An Grenzen gestossen

Ohne diese neue Regelung würde er das Kommando nicht übernehmen, sagt Stefan Jünger. «Es wäre schwierig geworden, überhaupt einen Nachfolger zu finden», sagt Hans Eschenmoser. Die Belastung für den Feuerwehrkommandanten sei durch die steigenden Anforderungen im Milizsystem an Grenzen gestossen. Er führt und trägt die Verantwortung für 130 Personen. «Mit der neuen Regelung kann der Kommandant seine Arbeit optimaler einteilen. Zudem ist seine Präsenz und Erreichbarkeit besser», so Eschenmoser. Die Professionalisierung sei ein Versuch. «Wir müssen erst noch Erfahrungen sammeln.»

Seit fünf Jahren Stellvertreter

Stefan Jünger weiss, was ihn als Kommandant erwartet. Er ist seit 21 Jahren in der Stützpunktfeuerwehr Weinfelden, in den letzten fünf Jahren als Kommandant-Stellvertreter. «Ich bin gerüstet genug, um das Kommando zu übernehmen, und benötige keine grosse Einführungsphase.» Die andere Hälfte seiner beruflichen Tätigkeit bleibt er Informatiker für eine Bank.

Martin Eggmann tritt Ende Jahr zwar als Kommandant zurück, er bleibt aber der Weinfelder Feuerwehr treu und trägt als Chef der Einsatzleiter und Chemiefachberater weiterhin Verantwortung. «Der Schutz der Bevölkerung ist Berufung und nun auch mein Beruf», sagt Eggmann, der jetzt beim Kanton im Amt für Bevölkerungsschutz tätig ist.

Intensive Zeit

Die sieben Jahre als Kommandant seien intensiv gewesen, blickt Eggmann zurück. «Vermutlich werde ich als <Beschaffungskommandant> in Erinnerung bleiben, denn in meiner Amtszeit wurden sieben Fahrzeuge ersetzt und der Wagenpark um zwei Fahrzeuge erweitert.» In seine Amtszeit fiel aber auch das 150-Jahr-Jubiläum, das die Feuerwehr Weinfelden im letzten Mai mit der Bevölkerung feierte.