Unfrieden statt Beruhigung

ARBON. An der äusseren Rebenstrasse besteht seit 1999 eine Tempo-30-Zone. Jetzt sollen gestalterische Elemente hinzukommen. Bodenschwellen stossen aber nicht auf Begeisterung.

Max Eichenberger
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Der Einbau von Bodenschwellen brächte dem Rebenquartier durch landwirtschaftliche Fahrzeuge mehr Lärm als eine gewünschte Beruhigung. (Bild: Max Eichenberger)

Der Einbau von Bodenschwellen brächte dem Rebenquartier durch landwirtschaftliche Fahrzeuge mehr Lärm als eine gewünschte Beruhigung. (Bild: Max Eichenberger)

Eigentlich sei die Rebenstrasse ausserhalb des engeren Siedlungsgebietes nicht prädestiniert für eine Tempo-30-Zone. Dies schon wegen des geringen Verkehrsaufkommens von täglich 600 Fahrzeugen. Das sehen Werner und Monika Strauss so, die dort einen Landwirtschaftsbetrieb führen. Zudem habe es dort ein durch einen Grünstreifen abgetrenntes breites Trottoir.

Bis wohin Tempo 30?

Seit 1999 ist die Rebenstrasse bis zum Siedlungsende Richtung Chaltbrünneli als Tempo-30- Zone signalisiert. Auch in jenem Abschnitt, wo die Strasse nicht beidseitig bebaut ist.

Im Zuge der laufenden Werkleitungsarbeiten plant die Stadt nun, Tempo 30 definitiv umzusetzen. Dazu wären weitere gestalterische Massnahmen erforderlich. In beschränktem Masse gibt es solche seit sechzehn Jahren provisorisch. Soll die Tempo-30-Zone weiterhin auch im äusseren Abschnitt gelten, müsste dort mit baulichen Elementen nachgerüstet werden. Dies wäre erforderlich, damit der Kanton die Zone definitiv bewilligen könnte, sagte Stefano Sinopoli an einer Informationsversammlung. Punktuelle Verengungen, Stelen und vertikale Versätze sieht eine Planidee vor.

Gegen eine Tempo-30-Regelung wie bis anhin hätten Monika und Werner Strauss grundsätzlich nichts einzuwenden. Müssten aber zwingend «Schikanen» und geschwindigkeitshemmende Schwellen eingebaut werden, sollte die Zone nur bis zum Ende auch der südseitigen Bebauung begrenzt bleiben.

Schwellen wären eine Lärmquelle

Über hundert Anwohner haben eine Eingabe der Bauersleute unterzeichnet. Wenn es nur bei einer Stele am Zoneneingang bliebe, würde deutlich mehr als 30 km/h schnell gefahren – was zwar die Situation zuliesse.

Der Einbau von Schwellen wäre aber wohl eine Frage der Zeit, wenn aufgrund von Messungen gehandelt werden müsste. Schwellen mit damit verbundenen Immissionen will die Familie Strauss dem Quartier aber nicht zumuten. Bis zu vierzigmal befahren ihre landwirtschaftlichen Fahrzeuge die Strasse. Der Lärm, der durch Abbremsen und Anfahren entstünde, «wäre für alle eine Zumutung». Statt einer Beruhigung des Quartiers würde das Gegenteil provoziert – und damit auch Unfrieden.