Umzugstermin für die Asylsuchenden

Die Gemeinde Tägerwilen hat vor einer Woche einen Container als Unterkunft für die ihr zugewiesenen Asylbewerber in Betrieb genommen. Der Standort scheint viele Probleme zu lösen.

Urs Brüschweiler
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Zu Besuch bei der neuen Asylantenunterkunft in Tägerwilen: Betreuer Markus Geiger und Gemeindeammann Markus Thalmann. (Bild: Reto Martin)

Zu Besuch bei der neuen Asylantenunterkunft in Tägerwilen: Betreuer Markus Geiger und Gemeindeammann Markus Thalmann. (Bild: Reto Martin)

TÄGERWILEN. Die Tägerwiler Asylsuchenden sind umgezogen: Seit Ende letzter Woche leben die derzeit sieben Männer aus Afghanistan, Syrien, Marokko und Kamerun in der neuen Unterkunft hinter der ARA. Für Gemeindeammann Markus Thalmann ist damit ein Ziel erreicht. «Wir müssen endlich nicht mehr nach einer Wohnstätte suchen.» Die Gemeinde Tägerwilen hatte bisher das Haus an der Hauptstrasse 138 für die ihr zugewiesenen Asylbewerber gemietet. Doch die Liegenschaft wird überbaut, weshalb sie nur als Provisorium dienen konnte (unsere Zeitung berichtete). Als dauerhafte Lösung dient jetzt ein Wohncontainer ausserhalb des Dorfes. «Vom Platz her ist das natürlich nicht mehr dasselbe», sagt Markus Geiger. Er betreut die Asylsuchenden.

Möglichkeit zum Verschönern

Zwei Sechser-Schläge mit Doppelstockbetten gibt es in dem Container, dazu zwei Räume mit WCs und Duschen, eine Waschküche sowie einen Aufenthaltsraum mit Kochgelegenheit und Satelliten-TV. Den Vorplatz könnten die Bewohner vielleicht mit einem Vordach oder Gartenmöbeln aufrüsten. Etwa 140 000 Franken hat die Infrastruktur gekostet. «In drei bis vier Jahren hat sich das amortisiert», sagt Markus Thalmann. Er habe kein schlechtes Gewissen mit diesem Standort. «Gerüche von der Kläranlage nebenan sind kein Problem.» Die nahe vorbeifahrenden Züge seien da eher störend. «Aber daran gewöhnt man sich schnell.» Der Weg ins Zentrum ist gleich weit wie vorher. «Aus der Bevölkerung haben wir noch gar nichts gehört.» Dies wertet der Gemeindeammann positiv. Am alten Standort hätte sich die Gemeindeverwaltung zu oft mit Beschwerden und Sorgen von Nachbarn auseinandersetzen müssen. «Die Polizei schaut hier ab und zu vorbei», sagt Markus Geiger. Die Situation habe sich aber seit der Drogen-Razzia im letzten Juli, als neun Asylbewerber verhaftet wurden, sehr beruhigt. «Das liegt daran, dass wir jetzt einen besseren Nationalitäten-Mix haben.»

Spezialisiert auf junge Männer

In Tägerwilen werden weiter nur junge Männer leben. Die neuen Räume sind für Familien nicht geeignet. «Das würde hier eher nicht funktionieren», sagt Geiger. Da die Standortfrage gelöst scheint, will die Gemeinde nun ihr Augenmerk weiter darauf legen, die jungen Männer sinnvoll zu beschäftigen.

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