Umzonung für Energiepark

TÄGERWILEN. Ein Teil des geplanten Heiz- und Kraftwerks in Tägerwilen liegt noch in der falschen Zone. Das Projekt kommt nun nochmals vor die Gemeinde.

Kurt Peter
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Das Interesse war gross. Am Montag fand eine weitere Informationsveranstaltung zum Energiepark in Tägerwilen statt. Der Grund für die Veranstaltung: Am 9. Mai legt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen neuen Baurechtsvertrag und das Gesuch für eine Umzonung vor. Dies deshalb, weil ein Teil der Parzelle für das Kraftwerk in der Zone für öffentliche Bauten liegt. «In einigen Einsprachen wurde dies bemängelt», sagt Gemeindeammann Markus Thalmann. Nun soll die Fläche in eine Industriezone umgezont werden. «So kann das Projekt nicht an Formalitäten scheitern», erklärt Thalmann.

Weitere Einsprachen

Es gibt aber noch weitere Einsprachen gegen das Bauvorhaben. Der Ausstoss von Schadstoffen beim Holzheizwerk, die befürchteten üblen Gerüche, die zusätzlichen Transporte oder die Nähe zu Wohngebieten, Sportplatz und der Biotta beunruhigen einige Leute. Von Einsprachen dieser Art sind zurzeit noch drei hängig.

Die üblen Gerüche

«Wir unternehmen alles, um Luftschadstoffe zu verhindern», sagt Anouk Bass von Sol-E Suisse. Falls trotzdem welche entstehen sollten, seien sie unter dem Grenzwert. Dies erreicht die Anlage durch die Verbrennung von ausschliesslich unbehandeltem Holz und einem zusätzlichen Filter. Üble Gerüche aus der Biogasanlage sind nicht zu befürchten, da die Anlieferung der Gülle in einer geschlossenen Halle stattfindet und diese mit Ventilatoren und Biofilter ausgerüstet ist.

Die Anzahl der Güllentransporte beziffert Michael Fitzi von der Sol-E Suisse auf zehn pro Tag. Mit dem Bau der Transportleitungen wolle man zuwarten, bis sich die Lieferungen eingespielt und die betriebliche Zukunft einzelner Bauernhöfe geregelt sei. Ausserdem sei es nicht sinnvoll, alle der bisher 14 Betriebe anzuschliessen. Nach dem Bau der Leitungen würde sich aber die Zahl der Fahrten zur Anlage halbieren.

Rohstoff aus der Region

Für das Holzheizwerk wird zusätzlich eine Lastwagenfahrt täglich erwartet. Die Sol-E Suisse bezieht diesen Rohstoff ausschliesslich aus der Region. Der Rayon der Zulieferer beträgt nur gerade sieben Kilometer.

Den Standort bei der Kompostieranlage bezeichnete Thalmann trotz der Befürchtungen höherer Verkehrsbelastung im Dorf als ideal, weil ein Zusammenarbeitsvertrag besteht.

Der Energiepark wird nach seiner Fertigstellung Wärme an den Gemüseproduzenten Biofresh liefern. In das örtliche Stromnetz werden 1600 Megawattstunden jährlich eingespeist. Eine Menge, die für 500 durchschnittliche Haushalte reicht.