Umstellung auf Doppelklassen

BISCHOFSZELL. Ab Montag sitzen in den Schulhäusern der Primarschule Bischofszell zwei Klassen im gleichen Zimmer. Die Umstellung auf das Mehrklassensystem begründet die Behörde der Volksschulgemeinde mit den sinkenden Schülerzahlen.

Urs Bänziger
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Im Schulhaus Obertor wurden bereits Erfahrungen mit dem Doppelklassen-System gesammelt. (Bild: Donato Caspari)

Im Schulhaus Obertor wurden bereits Erfahrungen mit dem Doppelklassen-System gesammelt. (Bild: Donato Caspari)

Auf Beginn des neuen Schuljahres wird an der Primarschule Bischofszell das Mehrklassensystem eingeführt. Seit mehr als einem Jahr beschäftigen sich die Lehrpersonen, die Schulleitungen und die Behörde der Volksschulgemeinde Bischofszell mit dieser markanten Umstellung. «Die sinkenden Schülerzahlen haben zur Folge, dass es nicht mehr möglich ist, reine Jahrgangsklassen zu bilden», sagt Schulpräsident Felix Züst.

Um die Vorgaben des Kantons zu erfüllen, seien laut Finanzierungssystem pro Klasse durchschnittlich 21 Kinder zu unterrichten. «Dank des neuen Systems werden wir ideale Klassenbestände von 19 bis 22 Schulkindern erreichen.» In mehreren Weiterbildungstagen haben sich die Lehrpersonen auf den Unterricht von Doppelklassen vorbereitet. Weitere Weiterbildungsveranstaltungen werden auch im neuen Schuljahr stattfinden.

Ohne Kündigungen

Die Lehrerinnen und Lehrer hätten eine ausgedehnte Vorbereitungszeit hinter sich, berichtet Züst. «In den Weiterbildungen wurden Ängste abgebaut, Fragen beantwortet, Hintergründe erarbeitet sowie pädagogische, methodische und didaktische Fragen in den Mittelpunkt gestellt.» Am letzten Montag vor den Sommerferien wurden alle Kinder an der Primarschule Bischofszell sowie ihre Eltern auf die Umstellung vorbereitet.

So lernten die Kinder im Rahmen eines Schnuppernachmittags ihre neue Klassengspänli und allenfalls die neue Klassenlehrperson kennen. Der Nachmittag habe mitgeholfen, den Kindern den Wechsel zu erleichtern, so Züst. Wie er betont, habe die Einführung des Mehrklassensystems keine Kündigungen zur Folge. «Die Pensionierung eines Mittelstufenlehrers und weitere Mutationen führten dazu, dass zwei neue Lehrerinnen befristet angestellt werden mussten.»

Das Mehrklassensystem ist an der Volksschulgemeinde Bischofszell kein Novum. An den kleinen Schulstandorten werden schon länger Doppelklassen geführt. Seit einem Jahr auch in Bischofszell selber, dies im Schulhaus Obertor. «Die Umstellung dort ist aus meiner Sicht geglückt. Der Mehraufwand hielt sich in Grenzen und die neue Klassenzusammensetzung war weniger problematisch als befürchtet», sagt Züst.

«Pädagogisch sinnvoll»

Aus pädagogischer Sicht sind für den Bischofszeller Schulpräsidenten Doppelklassen sinnvoll. «Die Klassen sind kleiner und übersichtlicher. Die Lehrperson kann mit der einen Klasse mündlich arbeiten, während die andere eine schriftliche Arbeit macht. Jüngere und ältere Kinder lernen und lehren in den gemeinsamen Lektionen mit- und voneinander.» Nachteile, so Züst, sehe er weniger. «Zweifelnde kann ich beruhigen. Die Schüler werden weiter die Lernziele gemäss dem geltenden Lehrplan erreichen.»

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