Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Überraschende Wende

Die Zukunft des Hafenareals bewegt die Romanshorner. 800 Stimmbürger machten sich am Montag auf den Weg an die Gemeindeversammlung in der evangelischen Kirche.

Die Zukunft des Hafenareals bewegt die Romanshorner. 800 Stimmbürger machten sich am Montag auf den Weg an die Gemeindeversammlung in der evangelischen Kirche. Eine Mehrheit von ihnen verhinderte schliesslich die Pläne der HRS, die auf dem Güterschuppenareal an bester Lage direkt am Hafen fünf Wohnblöcke bauen will. 58 Prozent stimmten der Umzonung des Filetstücks zu. Das Gebiet kann jetzt nur noch touristisch genutzt werden.

Das Ergebnis ist klar. Und das ist gut. Der Entscheid ist aber noch nicht endgültig. Es droht ein langer Rechtsstreit mit den SBB, denen das Land gehört. Sie haben bereits angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen und allenfalls Entschädigungsforderungen zu stellen. In den nächsten zwei oder drei Jahren wird sich deshalb voraussichtlich noch nicht viel auf dem Gelände tun, das bereits elf Jahre brach liegt. Es sei denn, dass die Bundesbahnen Hand bieten zu einer Zwischennutzung, was nicht ausgeschlossen scheint, wie zu hören ist. Damit wäre schon viel gewonnen. Denn in der Vergangenheit stellten sich die SBB immer quer.

Wie eine endgültige Lösung aussehen könnte, lässt sich heute nicht sagen. Die Aussichten sind aber entscheidend besser geworden, dass auch unter den neuen Bedingungen ein Investor gefunden wird, der dem Güterschuppenareal zu neuem Leben verhilft. Denn die Stimmbürger haben am Montag ein wichtiges Detail in den Bauvorschriften der Initiative geändert. Es sind nicht mehr nur maximal zweistöckige Gebäude zulässig. In Ausnahmefällen soll auch höher gebaut werden dürfen. So ist beispielsweise der Amriswiler Unternehmer Hermann Hess mit seinem Hafenhotel weiter im Rennen. Auch die HRS bleibt am Güterschuppenareal interessiert.

Allerdings werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen können. Das zulässige Bauvolumen ist beschränkt, was der Rentabilität Grenzen setzt. Aber wer weiss: Vielleicht nehmen die Romanshorner dereinst ein paar Millionen in die Hand, kaufen einen Teil des Landes und geben es im Baurecht an Dritte ab – gratis oder zu einem bescheidenen Zins. Unmöglich ist das nicht. Das Filetstück am Hafen scheint ihnen sehr viel wert zu sein.

Markus Schoch

m.schoch@thurgauerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.