Über 71 Einbrüche begangen

Wahllos stieg er in Züge ein, fuhr nach Lust und Laune zu einem Bahnhof in der Ostschweiz oder im Kanton Zürich, stahl oft ein Fahrrad und fuhr zu einer etwas abgelegenen Liegenschaft.

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Wahllos stieg er in Züge ein, fuhr nach Lust und Laune zu einem Bahnhof in der Ostschweiz oder im Kanton Zürich, stahl oft ein Fahrrad und fuhr zu einer etwas abgelegenen Liegenschaft. Dort drang er entweder gewaltsam in die Wohnhäuser oder Wohnungen ein oder er schlich sich durch die offene Haustür oder Fenster. Manchmal lockte der Mann die Bewohner unter einem Vorwand in den Garten, wo diese etwas suchten. In dieser Zeit schlich er sich hinein und stahl Schmuck, Uhren, Bargeld, Münzen und weitere Wertgegenstände. Auch vor Fahrzeugen machte er nicht Halt.

Der 34jährige Marokkaner beging in der Zeit zwischen dem 15. August 2006 und dem 5. Februar 2011 mindestens 71 Einbruchdiebstähle. Die Kadenz war dabei sehr hoch. Es gab kaum einen Monat, in dem er nicht delinquierte. In einzelnen Monaten beging er bis zu 13 Einbruchdiebstähle, womit er seinen Lebensunterhalt bestritt. Der Deliktsbetrag beläuft sich mindestens auf 144 000 Franken.

Gestern musste sich der Mann vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen verantworten. Er wurde am 5. Februar 2011 in flagranti ertappt und verhaftet. Er gab alle Taten zu. Er entschuldigte sich beim Gericht. «Ich war in der Zeit im Kopf nicht ganz beieinander», erklärte er. «Ich hatte meinen Job verloren und war in Geldnot.» Er sei jung gewesen und hätte niemanden gehabt, der ihm sagte, was richtig und falsch sei. «Ich weiss, dass mein Verhalten nicht gut war. So was wird nie mehr vorkommen.»

Die Richter sprachen den Mann des gewerbsmässigen Diebstahls, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Sachbeschädigung und der mehrfachen Entwendung eines Fahrrads oder Motorfahrrades schuldig. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt. Eine ältere bedingte Geldstrafe muss er nun bezahlen. Zudem muss er den Privatklägern ihr Geld zurückzahlen sowie die Untersuchungs-, Gerichts- und Verfahrenskosten übernehmen.

Nicole D'Orazio

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