Turm war für Armee wichtig

Beim Anlass «Was steckt hinter…?» der FDP-Ortspartei Amriswil konnten die Besucher hinter die Kulissen der evangelischen Kirche blicken.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Eugen Fahrni, Präsident des Ortsmuseums Amriswil, und eine Besucherin auf dem Turm der evangelischen Kirche. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Eugen Fahrni, Präsident des Ortsmuseums Amriswil, und eine Besucherin auf dem Turm der evangelischen Kirche. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

AMRISWIL. «Ich freue mich, heute abend über die evangelische Kirche von Amriswil und deren Geschichte erzählen zu dürfen», sagt Eugen Fahrni, Präsident des Ortsmuseums Amriswil, in seinen Begrüssungsworten.

Militärische Bedeutung

Rund 190 Stufen haben die Besucher beim Rundgang zu erklimmen. Der Aufstieg in den Kirchturm führt über eine schmale Wendeltreppe vorbei am alten Uhrwerk und an den fünf unterschiedlich grossen Glocken, die zusammen zehn Tonnen wiegen. Doch die anstrengende Kletterpartie auf den höchsten Thurgauer Kirchturm lohnt sich. Mit einer phantastischen Aussicht werden die Teilnehmenden entschädigt.

«Hier oben befand sich während des Zweiten Weltkriegs ein Beobachtungsposten», weiss Eugen Fahrni. Früher gab es in der evangelischen Kirche nur vier Glocken. Die fünfte Kirchenglocke, die sogenannte Friedensglocke, wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg montiert. «Diese herrliche Weitsicht ist wirklich ein sehr eindrückliches Erlebnis», schwärmt die Amriswilerin Evi Gisler, die zum ersten Mal den Kirchturm bestiegen hat.

Von der Kapelle zur Kirche

Eugen Fahrni weiss noch mehr zu erzählen: «Die erste Kapelle in Amriswil wurde im Jahre 1350 erbaut. Sie stand dort, wo sich das heutige evangelische Kirchgemeindehaus befindet.» Das Gotteshaus habe sich im Laufe der Zeit zur Kirche der Reformierten entwickelt.

Als Ersatz für die nicht mehr allen Anforderungen entsprechende alte Kirche schuf der St. Galler Architekt August Hardegger rund 540 Jahre später die neugotische Kirche im Zentrum von Amriswil.