Turbulente Tage in Wigoltingen

Am Freitag hatten die Fasnachtsbeizen Hochbetrieb, und am Samstag stieg der Maskenball. Der Höhepunkt aber war der grosse Umzug am Sonntag.

Rudolf Steiner
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Hexen zogen die Zuschauer am Fasnachtsumzug in ihren Bann. (Bild: Rudolf Steiner)

Hexen zogen die Zuschauer am Fasnachtsumzug in ihren Bann. (Bild: Rudolf Steiner)

Wigoltingen. «Slow down – take it easy» (Fahre runter – nimm es leicht) war das Motto der diesjährigen Wigoltinger Bauernfasnacht. Mit dem «take it easy» hatten die Wigoltinger Fasnächtler und Fasnächtlerinnen überhaupt keine Mühe. Mit dem «Slow down» aber konnten sie sich ganz und gar nicht anfreunden, denn sie feierten jeweils bis in die frühen Morgenstunden.

Grosser Fasnachtsumzug

Den Höhepunkt der drei ausser Rand und Band geratenen Tage setzte am Sonntagnachmittag der grosse Fasnachtsumzug mit zwei Dutzend Gruppen und drei lautstarken Guggen. Angeführt von den Sylvestertreichlern aus Märstetten, schlängelte sich der Tatzelwurm vor Hunderten von Zuschauern durch die Post-, Bernrain- und Engwangstrasse.

Originelle Sujets

Die Sujets waren dabei so vielfältig wie originell und reichten von wüsten, besenschwingenden Hexen über schrille Punks, harmlose Piraten und dem BüBü…-Bündnerfleisch von alt Bundesrat Merz bis hin zum Bunga-Bunga-Skandalpräsidenten Berlusconi mit Gespielinnen.

Neben heissen Drinks und süssen Bollen gingen über die Zuschauer und in die Vorgärten und Hecken in kurzer Zeit fast tonnenweise Konfettis nieder.

Auf dem Schulhausplatz bestand dann anschliessend die Möglichkeit, dem ersten Teil des diesjährigen Slogans «Slow down – take it easy» endlich und nachhaltig nachzuleben.

Beizenfasnacht am Freitag

Den fulminanten Startschuss zu den drei ausgelassenen Tagen und Nächten hatten am Freitagabend die sieben Engel für Wigoltingen gemacht.

Sie trugen in vier Restaurants ihre bissigen Verse zum aktuellen Geschehen im Dorf und der grossen weiten Welt vor und ernteten beim Publikum viel Gelächter. Ein aus dem Gleichgewicht geratener Hormonspiegel im Turnverein und bei Berlusconi, die Verkehrsplanung in der Bonau und ein Schiesskeller in Engwang, die Fusion von «Obstgarten» und «Ochsen», die Schmiergeldmaschine Fifa mit König Blatter, der Wetterfrosch Kachelmann und sogar die Story von einem unter Wasser gesetzten

Keller in einem neu erstellten Einfamilienhaus einer bekannten Politikerin, nichts aus dem vergangenen Jahr schien den sieben Wigi-Engeln entgangen zu sein.