Tschechen verlassen «Schloss»

Restaurant und Hotel im Schloss Romanshorn gehen Ende Oktober zu. Die tschechischen Pächter lösen den Vertrag aus wirtschaftlichen Gründen frühzeitig auf. Der Besitzer sucht jetzt einen geeigneten Nachfolger.

Markus Schoch
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Die Rechnung ging für die Pächter des Schlosses nicht auf. (Archivbild: Nana do Carmo)

Die Rechnung ging für die Pächter des Schlosses nicht auf. (Archivbild: Nana do Carmo)

ROMANSHORN. Es gibt Romanshorner, die behaupten, das beste Wiener Scbnitzel weit und breit komme im Schlossrestaurant Tribeca auf den Tisch. Und der dazu servierte Kartoffelstock sei ein Gedicht. Aber die Gaumenfreuden haben ihren Preis. Fast 40 Franken kostet das Gericht. Offenbar zu teuer für viele. Das Mittagsmenü ist zwar deutlich billiger, aber trotzdem hat es an manchen Tagen mehr Personal als Gäste.

Die F & B Solutions aus Prag zieht jetzt die Reissleine. Ende Oktober macht die Pächterin den Betrieb dicht. Betroffen ist auch das Hotel, das seit rund drei Jahren teilweise wieder offen ist. Ob die Betreiber im Dezember für Weihnachtsessen nochmals die Türen aufschliessen, sei ihnen überlassen, sagt Roland Lapp, Delegierter des Verwaltungsrates der Towit Machinery Trading AG. Ihr gehört das Hotel Schloss. Definitiv die Schlüssel abgeben müssen die Tschechen Ende Jahr.

Besitzer sind nicht überrascht

Ihr Vertrag läuft zwar bis Ende 2016. Doch sie lösen ihn frühzeitig auf, was Lapp bedauert, aber nicht wirklich überrascht. «Ich verstehe den Entscheid.» Der Anfang sei schwer gewesen. Die Romanshorner hätten zwar lautstark verlangt, dass das «Schloss» aufgehe, nachdem es fünf Jahre zu gewesen war. Doch hätten sie den Worten keine Taten folgen lassen. «Es lief harzig», sagt Lapp.

Mittlerweile gehe es zwar besser, aber der starke Schweizer Franken drücke aufs Geschäft. «Man geht lieber ins Ausland essen, wo es billiger ist», sagt Lapp.

Die Towit Machinery sucht jetzt in aller Ruhe einen neuen Pächter, der die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Und damit meint Lapp auch Kapital. «Wir sind nicht darauf angewiesen, die Räumlichkeiten zu vermieten», macht Lapp klar. Sie hätten seinerzeit das «Schloss» der Bevölkerung zuliebe wieder öffentlich zugänglich gemacht.

Keine Verkaufsabsichten

Ein Verkauf der Liegenschaft stehe nicht zur Diskussion, widerspricht Lapp anderslautenden Gerüchten in Romanshorn. Danach soll das «Schloss» auf einer Immobilien-Plattform bis vor kurzem für 10 Millionen Franken angeboten worden sein. Überprüfen lässt sich das nicht. Der entsprechende Link ist nicht mehr aktiv. «Wir haben keine Veranlassung, das <Schloss> zu veräussern», sagt Lapp dazu.

Es habe einmal eine Anfrage eines Interessenten gegeben, der eine Klinik habe eröffnen wollen. Die Gespräche hätten sich aber zerschlagen. «Das <Schloss> ist viel zu klein, und ein Ausbau wäre schwierig.»