Tropfen schmecken nach Himbeeren

Am Samstagabend war auf der Bühne der Mehrzweckhalle Salmsach Premiere: Der Theaterverein Salmsach präsentierte den humoristischen Dreiakter «Härztropfe». Der Ensemble-Leiter hatte am Schluss Tränen in den Augen.

Trudi Krieg
Drucken
Teilen
In «Härztropfe» suchen die Darsteller nach dem Glück. (Bild: Trudi Krieg)

In «Härztropfe» suchen die Darsteller nach dem Glück. (Bild: Trudi Krieg)

SALMSACH. Die Melodie von Kalinka stimmt ein auf die Szenen, die gleich folgen und bei den Zuschauern ein Dauerlachen provozieren werden. Ort des Geschehens ist ein Haus. Hans Lüthi (Peter Steigmeier) konnte dieses kaufen, aber unter der Bedingung, dass Rentner Sepp bis an sein Lebensende darin wohnen darf. Charaktere füllen das Haus im Stück «Härztropfe», das der Theaterverein Salmsach am Wochenende präsentierte, mit Leben: Paul Imhof, alias Rentner Sepp, Rita Zaugg alias Barbara Lüthi und Verena Huber als Schwägerin, die in esoterische Gefilde abdriftet.

Der Hahn im Korb

Man mag ihre «Stimme aus dem Bauch», welche das grosse Glück im Haus verheisst, verächtlich als Bauchgrimmen abtun. Doch irgendwie glauben doch alle daran und fallen gegenseitig auf Täuschungen herein. Je nachdem, in welcher Form und zu wem das Glück kommen soll, ändert die Stimmungslage. Keifende Weiber werden zu turtelnden Täubchen. Barbara Lüthi muss unter diesen Umständen immer wieder zu ihren Herztropfen greifen. Selbst diese bergen noch ein Geheimnis, aber die himbeersüssen Müsterchen, welche die Besucher erhalten, sind garantiert jugendfrei. Rentner Sepp ist als Puffer mittendrin, mal mehr mal weniger geduldet, dann wieder lässt er sich als Hahn im Korb bedienen und umwerben.

Sepp ist es, der Verständnis hat für die stürmische Liebe des Briefträgers Bruno Kalberer (Lukas Michel) zur Tochter des Hauses Vanessa Lüthi (Heidi Furrer). Die junge Liebe hat Proben zu bestehen, tappt in Fallstricke, die sie sich leichtsinnig selber gelegt hat, aber am Schluss heisst es: Ende gut, alles gut. Beachtlich sind die schauspielerischen Leistungen der beiden Nachwuchsspieler. Sie lassen hoffen, dass sich zu den altbekannten Gesichtern junge Talente gesellen, welche beim Theater Salmsach einfach dazugehören.

Die Freude des Coachs

Die sechs Schauspieler haben viel geleistet, sie haben lange Passagen auswendig gelernt und gehen richtig auf in ihren Rollen. Das war es, was der professionelle Coach und Ensemble-Leiter Cyrille-Richard Marty aus den Laienspielern herausholen wollte. Er sitzt hinten im Saal und beobachtet die Szenerie auf der Bühne: «Ich könnte weinen», sagte er am Schluss. Aus lauter Freude natürlich.

Weitere Vorstellungen finden am Mittwoch, 11., Freitag, 13. und Sams- tag, 14. März, um 20 Uhr, statt. Am Samstag, 14. März, findet um 13.30 Uhr eine Zusatzvorführung statt.

Aktuelle Nachrichten