«Triebwerk» gibt Schub

ARBON. Wirtschaft und Schule sollen in der Berufsfindungsphase zusammenrücken. Arbeitgeberpräsident Dennis Reichardt stellt bei der Sekundarschule eine neue regionale Informationsplattform vor. Er will Grenzen im Kopf sprengen.

Max Eichenberger
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Schülerinnen bestreichen beim Beck Zöpfe. Dennis Reichardts Vision ist, die Berufswahlparcours nicht bloss lokal, sondern regional durchzuführen. (Bild: Max Eichenberger)

Schülerinnen bestreichen beim Beck Zöpfe. Dennis Reichardts Vision ist, die Berufswahlparcours nicht bloss lokal, sondern regional durchzuführen. (Bild: Max Eichenberger)

Die regionale Wirtschaft soll sich besser mit der Schule vernetzen – und damit eine Win-win-Situation für beide geschaffen werden. Dieses Ziel verfolgt die Arbeitgebervereinigung Arbon und Umgebung und dessen Präsident Dennis Reichardt. Er hat die Initiative zu einem überregionalen Schulterschluss ergriffen. Das Projekt läuft unter dem Namen «Triebwerk».

Zu enger Blick

Nach einer Aufbauphase und der Bildung regionaler Strukturen ist der Start auf das Schuljahr 2016/17 vorgesehen. Es gebe zwar verschiedene Berufswahl-Angebote – aber auch Lücken, stellt Reichardt fest. Über die eigene Gemeinde hinaus rede man in der Berufswahlphase teilweise nicht miteinander. So habe etwa die Schule in Neukirch den Blick in den Wirtschaftsraum Romanshorn, nicht nach Arbon. Eine aktivere Rolle könnte die Berufsberatung spielen.

Das Feld öffnen

«Es gibt schweizweit 260 Lehrberufe – in Arbon nur einen Bruchteil davon. Wir müssen das Feld öffnen und uns besser vernetzen, damit unsere Schüler ein grösseres Spektrum von Berufen kennenlernen können», fordert Reichardt. So sind die Information und der Austausch wichtig, damit die Bedürfnisse der ausbildenden Wirtschaft und des Gewerbes sowie die Interessen und Neigungen der vor der Berufswahl stehenden Jugendlichen bestmöglich verzahnt werden. «In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Wirtschaft globalisiert. Wir müssen im eigenen Interesse alles tun, damit wir ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleiben. Und damit meine ich auf der Landkarte unsere grossräumige Region. Im Kopf haben wir immer noch Grenzen.»

Kommunikation verbessern

So müsse auch im Schnittpunkt Schule/Berufsbildung die Kommunikation verstärkt sowie die Berufs- und Laufbahnberatung besser eingebunden werden. Im Frühjahr soll ein überregionaler Verein «Triebwerk» gegründet werden mit den Sektionen Oberthurgau, Rorschach und St. Gallen. Die vor acht Jahren gegründete St. Galler Institution, die umfirmiert wird, ist Wegbereiterin. Neu wird laut Reichardt sein, «dass wir von der Wirtschaft, Lehrlinge mit Coaches, in die Schulen gehen und Workshops veranstalten».

Bisherige Angebote integrieren

«Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe sollen so besser für die Berufswahl vorbereitet werden. Sie können 1:1 erleben und auf Augenhöhe vermittelt bekommen, was von ihnen erwartet wird.» Ebenso könnten Angebote wie Berufsmessen, Foren für Wirtschaft und Lehrpersonal sowie Berufswahlparcours aufgenommen werden. Überlegen könnte man sich, so Reichardts Vision, die Berufswahlparcours künftig mit regionaler Ausstrahlung durchzuführen. Dennis Reichardt spricht von einer Chance für beide Seiten: «Unser Ziel muss sein, dass unsere jungen Menschen da bleiben und nicht abwandern.» Geplant ist, den Verein Triebwerk mit einer Geschäftsstelle auszustatten; Priska Ziegler soll sie führen.

Dennis Reichardt Präsident Arbeitgebervereinigung Arbon und Umgebung (Bild: Nana do Carmo)

Dennis Reichardt Präsident Arbeitgebervereinigung Arbon und Umgebung (Bild: Nana do Carmo)

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