Treppe macht Sanierung teurer

Die Genossenschafter des Alterszentrums Kreuzlingen müssen über ein neues Projekt für die Sanierung des Altbaus Haus A West abstimmen. Dieses kostet neu 20,5 statt, wie bisher angenommen, 16 Millionen Franken.

Nicole D'orazio
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Carl Ruch Präsident Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen (Archivbild: Nana do Carmo)

Carl Ruch Präsident Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen (Archivbild: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. Brisante Post für die Mitglieder der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen (AZK): Am 3. Oktober findet eine ausserordentliche Versammlung statt. Es muss über einen neuen Kreditantrag von 20,5 Millionen Franken für die Sanierung des Altbaus (Haus A West) abgestimmt werden. An der GV 2015 hatten die Genossenschafter noch dem Sanierungsprojekt von 16 Millionen Franken zugestimmt. Dieses konnte aber nicht umgesetzt werden, weil sich die kantonale Denkmalpflege einschaltete und sich gegen den Abriss der markanten Treppe aussprach (unsere Zeitung berichtete). In der Folge wurde eine Lösung mit deren Erhalt gefunden. Die Verantwortlichen des AZK betonten allerdings stets, dass die 16 Millionen Franken auch für das abgeänderte Projekt reichen müssten. Zuletzt an der GV Ende Mai.

Es ist nun ein neues Projekt

«Es handelt sich zwar mehr oder weniger um das gleiche Projekt, doch wir müssen nun von einem neuen sprechen», sagt Carl Ruch, Präsident der Genossenschaft. An der GV habe man noch nicht gewusst, dass dieses gleich 4,5 Millionen Franken mehr kosten würde. Man gehe deswegen nicht mit einem Nachtragskredit, sondern mit einem neuen Kreditbegehren vor die Genossenschafter.

Dass die Sanierung nun teurer werde, habe verschiedene Gründe, sagt Ruch. «Die geleistete Arbeit des Architekten und Planungsbüros kommt uns auf rund 1,1 Millionen Franken zu stehen. Das Geld haben wir sozusagen in den Sand gesetzt.» Hinzu kommen die Kosten der neuen Architekten und Anpassungen beim Brandschutz, welche man aber auch beim alten Projekt hätte vornehmen müssen. «Zudem werden nun auch die Balkone rollstuhlgängig, was zuvor nicht verlangt worden war.» Die Einkleidung der Treppe mit Glasbausteinen mache das Ganze auch nicht billiger. «Das macht einen rechten Betrag aus», sagt Ruch. Hinzu kämen noch eine Erweiterung im Obergeschoss auf der Nordseite sowie die Schadstoffsanierung. «Wir sind natürlich auch nicht erfreut über die Mehrkosten.» Die Finanzierung sei jedoch kein Problem, betont er. Es müsse auch nicht befürchtet werden, dass die Mehrkosten durch Tariferhöhungen der Zimmer kompensiert werden. «Das Ziel ist, die Zimmerpreise bei 119 Franken einzupendeln.»

Genaue Zahlen folgen

Die Kommunikation des Vorstandes wurde an den letzten Versammlungen jeweils kritisiert. Man erhalte zu wenig Informationen, hiess es. Auch diesmal wurden die Genossenschafter in der Einladung mit nur wenigen Sätzen über das Projekt informiert. Auf der Webseite des AZK seien die Baupläne aufgeschaltet. «In den nächsten Tagen geht ein zusätzlichen Schreiben, in dem die Kosten aufgeschlüsselt werden, raus», sagt Ruch.

Auslöser für das neue Projekt: Die Treppe, die mit Wänden aus Glasbausteinen eingefasst wird. (Bild: pd)

Auslöser für das neue Projekt: Die Treppe, die mit Wänden aus Glasbausteinen eingefasst wird. (Bild: pd)