Trennung nach Interessenkonflikt

Corina und Thomas Fässler haben sich vom TV Amriswil abgespalten und einen eigenen Verein für 8- bis 13jährige Leichtathleten gegründet, denen sie den ersten Karriereschliff geben möchten. Rund 50 Kinder sind ihren Leitern gefolgt.

Roger Häni
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«Amriswil-athletics»: Thomas und Corina Fässler aus Auenhofen betreiben noch Aufbauarbeit für den neugegründeten Verein. (Bild: Roger Häni)

«Amriswil-athletics»: Thomas und Corina Fässler aus Auenhofen betreiben noch Aufbauarbeit für den neugegründeten Verein. (Bild: Roger Häni)

Die Arbeit mit jungen Athleten sei ihr Leben, sagt Corina Fässler. «Selbst machte ich Judo, Karate und lief Marathons», berichtet die sportbegeisterte Frau aus der Dominikanischen Republik, welche während mehreren Jahren die Kindergruppe der Leichtathletikriege des TV Amriswil leitete. Sehr dankbar sei sie, dass ihr Mann sie in allem unterstütze. Er habe ihr auch geholfen, den neuen Verein «Amriswil-athletics» ins Leben zu rufen, nachdem es beim TV Amriswil «einfach nicht mehr gegangen» sei. Thomas Fässler spricht seinerseits von einem «gewissen Interessenkonflikt», der zur Abspaltung der Kinderleichtathletik vom TV Amriswil geführt habe.

«Müssen jetzt kämpfen»

Die Vereinsgründung erfolgte im Dezember und ging gemäss Thomas Fässler rasch über die Bühne. «Wir haben die Eltern der Kinder informiert, dass wir einen eigenen Verein gründen und dass ein Austritt aus dem TV Amriswil nötig ist, damit sie weiter mit uns trainieren können.» Den Eltern war es ein Anliegen, dass ihre Kinder weiterhin Sport machen und die Kinder fühlten sich bei den Fässlers offenbar wohl, so dass der neue Verein «Amriswil-athletics» auf Anhieb rund 50 Kinder zählte.

Um den Verein zu etablieren, sehen sich die Fässlers aber auch mit viel Arbeit konfrontiert. «Wir müssen jetzt kämpfen», sagt Corina Fässler und verweist auf die schwierige Sponsorensuche. Gerne hätte sie noch viel mehr Kinder im Verein, doch brauchte es dafür auch mehr Trainer. Zum aktuellen Trainerteam gehören neben Corina und Thomas Fässler ihr ältester Sohn sowie eine vierte Person.

Einzigartige Erfolgsbilanz

Corina Fässler bezeichnet sich selbst als strenge und sehr impulsive Trainerin, die viel Disziplin verlange. Stolz ist sie auf die Früchte ihrer bisherigen Arbeit im Oberthurgau. Es gebe keinen anderen Verein in der Schweiz, der drei Athletic-Cup-Sieger in seinen Reihen wisse. Sowohl Andri Oberholzer (Jahrgang 96, Hefenhofen) als auch Melina Fontanive (Jg. 97, Salmsach) und Stiward Peña (Jg. 98, Sulgen) gewannen 2008 den nationalen Final dieses Schüler-Dreikampfs. Alle drei gehören jetzt den «Amriswil-athletics» an.

Auch Tanja Mayer, Brahian Peña oder Lea Haldner, grosse Talente der Leichtathletikgemeinschaft Oberthurgau, trainierten mit den Fässlers, sind aber dem Kindesalter entwachsen. Der Verein «Amriswil-athletics» ist nur für 8- bis 13jährige. «Wer über dieses Alter hinaus ist, muss sich einen anderen Verein suchen», erklärt Thomas Fässler. Weil die Leichtathletikgemeinschaft Oberthurgau kein Verein ist, müssen Mitglieder der «Amriswil-athletics» mit 13 also wieder dem TV Amriswil (oder der LAR Bischofszell) beitreten, um auf hohem Niveau weiter zu trainieren.

Fässlers Träume

Ob die Trennung vom TV Amriswil aus dieser Perspektive gesehen richtig ist, könne er nicht sagen. Tatsache sei aber, dass es dazu gekommen ist. Jetzt müsse man das Beste aus der Situation machen, so Thomas Fässler.

Seine Frau sieht das Ziel ihrer Arbeit darin, den Kindern eine sinnvolle Beschäftigung bieten zu können – auch die eigenen vier Kinder machen Leichtathletik – und ihnen vielleicht sogar den ersten Schliff für eine grosse Karriere zu geben. Eine Olympia-Teilnahme eines Zöglings? «Ja, davon träume ich», sagt Corina Fässler.

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