Traumjob Schulpräsident

ARBON. Hanspeter Keller kandidiert für das Amt als Primarschulpräsident. Sekundarschulpräsident ist er bereits seit fünf Jahren. Im Doppelmandat sieht er viele Vorteile. Er möchte Synergien nutzen und den Auftritt gegen aussen vereinheitlichen.

Andrea Kern
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Hanspeter Keller (rechts) wird bei seiner Idee zur Personalunion von Ernst Kunz unterstützt. (Bild: Andrea Kern)

Hanspeter Keller (rechts) wird bei seiner Idee zur Personalunion von Ernst Kunz unterstützt. (Bild: Andrea Kern)

Sechs Jahre lang war er Präsident der Primarschulgemeinde Roggwil. Seit fünf Jahren präsidiert er die Sekundarschulgemeinde Arbon und nun kandidiert er für das Amt als Primarschulpräsident. «Ich lebe für die Schule», sagt Hanspeter Keller. «Ich investiere viel Herzblut in meine Tätigkeit und setze mich mit ganzer Kraft für das Gelingen der Schule ein.» Gewinnt er die Wahl am 28. November, präsidiert er sowohl die Sekundarschul- (SSG) als auch die Primarschulgemeinde (PSG).

Die beiden Stellen würden zusammen ein Vollzeitpensum ergeben. Für Hanspeter Keller ideal: «Ich könnte meinen Traumberuf somit zu 100 Prozent ausüben.»

Eigenständige Körperschaften

Bei einer Personalunion sieht Hanspeter Keller drei Hauptvorteile. Er nennt als erstes die Professionalisierung der Schule. «Die Komplexität der Aufgaben nimmt stetig zu.» Gleichzeitig ziehe sich der Kanton als Aufsichtsbehörde immer mehr zurück.

«Durch die losen Rahmenbedingungen ergeben sich viele Gestaltungsmöglichkeiten – ein spannender Prozess», so Keller. Doch dieser erfordere Professionalität. Im heutigen Gefüge grösserer Schulen mit professionellen Schulleitungen und Schulverwaltungen sei ein professionelles Schulpräsidium die logische Folge. «Zudem fördert eine Personalunion die Kommunikation und Transparenz zwischen der PSG und der SSG und sichert damit die Kontinuität der regionalen Schulentwicklung.»

Als zweiten Vorteil nennt er die Synergien, die geschaffen und genutzt würden. «Rund zehn Stellenprozente könnten eingespart werden», rechnet Hanspeter Keller vor. Er nennt dabei vor allem das Aktenstudium, Tagungen und Weiterbildungen. Zudem wäre auch die Zusammenarbeit im Bereich Personal, Mobiliar und Infrastruktur zwischen den Schulgemeinden einfacher. Der dritte Vorteil sei der Auftritt gegen aussen, der vereinheitlicht würde. Trotz des Zusammenschlusses blieben die Schulgemeinden eigenständig.

«Das hat für beide Körperschaften in finanzieller Hinsicht positive Auswirkungen.»

Mehr Flexibilität

Ernst Kunz, der von 1985 bis 2005 die Volksschulgemeinde Arbon präsidierte, kennt die Vorzüge einer Personalunion von seiner damaligen Tätigkeit. Er sieht das personelle Zusammenführen der beiden Präsidien als einen logischen Schritt im Entwicklungsprozess. «Arbon hat nun die Chance, darauf zurückzukommen und dabei auch noch Verwaltungskosten zu sparen.»

Mit der Personalunion könne man zudem die Nachteile eines Teilpensums eliminieren. «Vom Präsidium wird zeitlich oft eine hundertprozentige Präsenz sowie Flexibilität verlangt.» Dafür habe nicht jeder Arbeitgeber Verständnis. Und als zweites nennt Ernst Kunz die Nachfolgeregelung, die in Zukunft vereinfacht würde: «Das Vollamt wäre ein interessantes und attraktives Amt mit einem klar definierten Anforderungsprofil.»

Wohnsitz verlegen

Falls Hanspeter Keller Ende November zum neuen Primarschulpräsidenten gewählt wird, muss er seinen Wohnsitz zwingend nach Arbon verlegen. Seinem Schweinezuchtbetrieb in Roggwil bleibe er weiterhin als Teilhaber treu, die Geschäftsführung übernehme jedoch seine Frau, so Keller.