Traditionen

Randnotiz

Marco Predicatori
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Traditionen hat man lieb­gewonnen oder möchte sie abschaffen. Einerseits schaffen sie Identität, andererseits gehören sie zu einem sich immer wiederholenden Akt. Es gibt unzählige Traditionen wie Bräuche, Sitten und Riten. Diese sind meist über viele Generationen überliefert und stellen einen kulturellen Wert dar. Ist es gut, wenn man Traditionen abschafft, zum Beispiel der Wirtschaft zuliebe?

Nehmen wir mal an, man würde den 1. Mai – Tag der Arbeit – abschaffen, dann hätten die Unternehmen mehr von ihren Mitarbeitenden und die Menschen würden wieder einen Teil von ihrer Freizeit, ergo Kultur hergeben. Diese Gedanken gingen mir unter anderen durch den Kopf, als ich mit meiner Familie an unserem traditionellen Quartierfest «Stocken» teilnahm.

Ein grosser Baum überragt den Platz mit seinen riesigen Ästen und spendet bei schönem Wetter den Gästen und dem fleissigen OK-Team einen kühlen Schatten. Bewohnerinnen und Bewohner unterhalten sich auf alle Arten – lachend, debattierend, freudig oder entspannt. Kinder spielen mit allem, was die Fantasie hergibt. Diese einmalige und fröhliche Atmosphäre löst eine friedliche Stimmung bei den Gästen aus. Weshalb darauf verzichten? Traditionen leben heisst für mich Vielfalt im Einklang.

Marco Predicatori