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Tradition und Emotion in Grün-Weiss

Niemand braucht dröge Länderspiele in Frankreich, wenn gleichzeitig in Kreuzlingen das Spiel der Spiele stattfindet. Am Samstag steigt im Hafenareal das grosse Ostschweizer Derby. Es spielt das bedeutendste Thurgauer Team gegen die beste Mannschaft aus St. Gallen. Grün-Weiss gegen Grün-Weiss.
Urs Brüschweiler
Das Plakat zum Freundschaftsspiel: Gestaltet hat es der Hamburger Zeichner Jens Wagner. (Bild: pd)

Das Plakat zum Freundschaftsspiel: Gestaltet hat es der Hamburger Zeichner Jens Wagner. (Bild: pd)

Niemand braucht dröge Länderspiele in Frankreich, wenn gleichzeitig in Kreuzlingen das Spiel der Spiele stattfindet. Am Samstag steigt im Hafenareal das grosse Ostschweizer Derby. Es spielt das bedeutendste Thurgauer Team gegen die beste Mannschaft aus St. Gallen. Grün-Weiss gegen Grün-Weiss. Der FC Kreuzlingen fordert den FC St. Gallen. Das Match wird zweifellos ein Gassenhauer und manch Einheimischen in ein Dilemma stürzen. Für wen soll ich denn jetzt eigentlich schreien? Nicht wenige Kreuzlinger wurden bekanntlich fussballerisch auf dem Espenmoos sozialisiert und pilgern noch heute regelmässig in die Arena nach Winkeln.

Der FCK hätte aufsteigen sollen

Kreuzlingen–St. Gallen ist mehr als ein Stelldichein des Goliaths beim jubilierenden David in der Provinz. FCK-Pressechef und Vorzeige-Fan Daniel Kessler weiss Bescheid. Er arbeitet seit einigen Jahren die reiche und wechselvolle Historie des FC Kreuzlingen auf. Zur Matchvorbereitung hat er auch einige besondere Verbindungen mit dem FC St. Gallen aufgespürt. Eine Anekdote hat er im Match-Programm festgehalten:

«Ein fussballgeschichtliches Bonmot zum Kreuzlinger Jubiläum: Als 1934 die erstmalig landesweite Nationalliga ins Leben gerufen wurde, qualifizierte sich für diese nicht etwa der grosse FC St. Gallen, sondern der damalige Schweizer 1.-Liga-Meister FC Kreuzlingen. Die Thurgauer lehnten den Aufstieg schweren Herzens aus finanziellen Gründen ab. Worauf der aus England stammende Spielertrainer Norman Smith von Kreuzlingen nach St. Gallen wechselte. Dort wiederholte Norman Smith das gleiche Kunststück und stieg mit den St. Gallern gleich im ersten Jahr in die Nationalliga auf. Von nun an trennten sich die Wege und der Rest ist Fussballgeschichte.»

Ein Freundschaftsspiel

Spätestens jetzt wissen wir also: Eigentlich gehörte der FC Kreuzlingen in die Nationalliga A. Eigentlich sollten die grossen Namen im Schweizer Fussball regelmässig in der FCK-Arena im Hafenareal zu Gast sein. Und nicht nur ausnahmsweise als Gegengeschäft, wenn der Grosse dem Kleinen den Trainer abgeworben hat. Durch Kristjan Djordjevics kurzfristigen Wechsel vom FCK zum FCSG direkt vor Beginn der letzten Saison wurde dieses Freundschaftsspiel nämlich geboren.

Ein Hamburger Zeichner

Das Match wurde dann zum grossen Highlight des 111-Jahr-Jubiläums. Der ganze Verein fiebert auf den Spieltag hin. Man freut sich auf den Profi-Club, der mit seinen aktuellen Stars antreten soll. Kessler rechnet mit etwa 500 Zuschauern. Clubpräsident Daniel Geisselhardt hofft auf noch mehr Fans. Die Vorbereitungen laufen professionell. Sogar das Match-Plakat zeugt davon. Daniel Kessler hat Jens Wagner aus Hamburg dafür gewonnen. Ein Zeichner, der in Norddeutschland durch seinen Retro-Stil auf Fussball-Plakaten einen ausgezeichneten Ruf geniesst. «Es passt einfach perfekt zu unserem 111-Jahr-Jubiläum», findet Kessler. Recht hat er. Wem es auch so gut gefällt, der kann übrigens am Matchtag ein Exemplar erwerben.

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