Tradition in modernem Gewand

An einer weiteren Informationsveranstaltung zum Neubau Gemeindehaus und Feuerwehrdepot Hefenhofen wurde das Materialisierungskonzept vorgestellt.

Alois Degenhardt
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Die Gemeinde habe Grosses vor, eröffnete Gemeindeammann Priska Schwarz den inzwischen dritten Informationsanlass vor interessierten, aber auch kritisch eingestellten Besucherinnen und Besuchern. Das seit dem Bau der Mehrzweckhalle grösste Investitionsprojekt in der Gemeinde solle eine starke und gesunde Gemeinde repräsentieren, die selbstbewusst, aber nicht überheblich in die Zukunft blickt. Diesem Anspruch solle auch der Aussenraum entsprechen.

Mit Schotterrasen für die Parkierungsflächen, einer Linde und einem Brunnen sollen traditionelle Elemente eines Dorfmittelpunktes angedeutet werden.

Moderne Holzfassade

Der Grundidee des Wettbewerbs entsprechend, habe man sich bemüht, den aus Gemeindehaus und Feuerwehrdepot bestehenden Baukörper nach aussen auf den Weiler Sonnenberg abzustimmen, begründete Architekt Markus Schmid seine Vorschläge.

Vor allem Holz, auch in Verbindung mit Stein, sei das traditionelle Material beim Bau von Bauernhäusern gewesen, das man in Form einer kostengünstigen, hinterlüfteten Fassadenverkleidung anwenden wolle. Ob sägeroh, gehobelt oder geschliffen, wasserabweisend oder imprägniert: als heimischer Rohstoff strahle es eine schlichte Eleganz aus und könne entweder durch geschickte Farbwahl auf sich aufmerksam machen oder aber ohne Behandlung einer natürlichen Alterung unterworfen werden.

Minergiestandard wird erfüllt

Für das neue Gemeindehaus sei eine hochgedämmte Gebäudehülle vorgesehen, die zwar den Minergiestandard einhalte, aber aus Kostengründen auf eine Kontrolllüftung verzichte und deshalb nicht zertifizierungstauglich sei. Durch die massive Bauweise werde die Speicherenergie der Aussenwände genutzt, extensive Dachbegrünung (Kühlung durch Verdunstung) und aussen liegender Sonnenschutz seien wirksame Bestandteile für ein angenehmes Raumklima und optimierten Energieverbrauch.

Zum Konzept des Innenausbaus, ergänzte Schmid, gehören eine einfache, erlebbare Konstruktionsweise, sowie möglichst wenige, pflegeleichte, strapazierbare Materialien und lösungsmittelfreie Anstriche.

Nur wenig Kritik

Modelle, Zeichnungen und eine Auswahl möglicher Farben und Muster für Fassade und Innenausbau machten das Konzept der Architekten direkt erlebbar.

Kritische Fragen des Publikums, ausser den wiederkehrenden Bemerkungen zur Grösse des Objektes, betrafen vor allem die Auswahl der Materialien. Markus Schmid und die Mitglieder des Gemeinderates versicherten, ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung heimischer Produkte im Sinn einer regionalen Wertschöpfung und minimal anfallender grauer Energie (Transportkosten) zu haben.

Auch vermeintlich kleine technische Details wie elektrische Einlassschalter und Ausstattungsvarianten mussten den kritischen Einwänden standhalten.