Touristen strömen an den Hafen

ROMANSHORN. Die Schweiz erlebt einen Jahrhundertsommer. Die hohen Temperaturen locken viele Besucher ans Wasser. Profiteure gibt es in Romanshorn viele, wie unsere Umfrage zeigt.

Luisa Gomringer
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Passagiere verlassen in Romanshorn die Fähre, die derzeit viel genutzt wird. (Bild: Reto Martin)

Passagiere verlassen in Romanshorn die Fähre, die derzeit viel genutzt wird. (Bild: Reto Martin)

Die Fähre ist voll beladen, Touristen flanieren am Hafen, und MocMoc glüht in der Sonne. Die letzten Tage und Wochen waren schön. Das ist nicht nur gut fürs Gemüt, sondern auch fürs Geschäft, wie eine Umfrage zeigt.

Stunden auf dem See verweilen

Scheint die Sonne, zieht es viele aufs Wasser. Rudolf Fürst von der gleichnamigen Bootswerft freut sich über den guten Sommer, da der Frühling nicht allzu prächtig war. «Seit Ende Juni haben wir viele Mieter, die gleich für mehrere Stunden mit dem Pedalo auf dem See verweilen.» Neu im Angebot stehen seit dem Frühling drei Motorboote aus der Flotte der Pro Nautik. Für eine erste Bilanz sei es zu früh, sagt Fürst. Was er aber festgestellt hat: Sie werden vor allem von den 20- bis 40-Jährigen genutzt.

Das schöne Wetter merkt die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) ebenfalls. Geschäftsführerin Andrea Ruf freut sich, «dass derzeit die Leute den Weg zu uns finden», wie sie sagt. Im letzten Jahr war das anders, der Sommer fiel komplett ins Wasser. Zu den Passagierzahlen kann sie noch nichts sagen.

Auch das neue Restaurant der SBS bei der Plattform profitiert vom schönen Wetter. «Es ist rund um die Uhr gut besucht», sagt Ruf.

«Man darf sich nicht beklagen»

Ebenfalls gut läuft es in der Hafenlounge auf der anderen Seite. Sie ist nur offen, wenn das Wetter Strandgefühle aufkommen lässt. Entsprechend zufrieden ist Besitzer Urs Schmidhauser. «Es ist ein sehr guter Sommer, man darf sich nicht beklagen.»

Wem es in der Hafenlounge an einem schattigen Plätzchen im Liegestuhl noch immer zu warm ist, kommt vielleicht im Museum im alten Zollhaus auf seine Kosten. Max Brunner, der Präsident der Museumsgesellschaft, ist sich bewusst: « Wir haben schon Glück mit der Lage. Viele unserer Besucher entdecken das Hafenmuseum auf ihrem Spaziergang zum See.» Sie kommen also nicht nur gezielt bei schlechtem Wetter, und so bleibt die Zahl der Eintritte relativ konstant, unabhängig von den äusseren Bedingungen.

Wie im Hafenmuseum hat es auch im Autobau viel Laufkundschaft. Die Auto-Erlebniswelt auf dem ehemaligen Gelände der Alkoholverwaltung liegt direkt am internationalen Bodenseeradweg. Ist das Wetter schön, sind viele mit dem Velo unterwegs, die sich spontan die exklusive Sammlung von Fredy Lienhard anschauen.

Die Schweiz ist unterwegs

Auch die Züge sind derzeit voll. Die Pendler müssen das Abteil bereits schon am frühen Morgen mit Ausflüglern teilen. «Wir merken enorm, dass die Zahl der Tagesausflüge gestiegen ist», sagt Marianne Locher, Reiseverkäuferin bei den SBB.

Doch so mancher merkt auch, dass einem die Zeit davonläuft, wie man bei der Jugendherberge feststellt. «Um die verschiedenen Angebote in Romanshorn nutzen zu können, reicht ein Tag oft nicht aus, und so bleiben viele Gäste kurzfristig über Nacht», sagt Marianne Liesch.

Bademeister ist sehr zufrieden

Wer kann, stürzt sich bei den aktuell hohen Temperaturen ins Wasser, und das schöne Wetter lockt nicht nur Romanshorner, sondern auch viele Auswärtige ins Seebad. «Die Gäste kommen aus St. Gallen, Appenzell, dem Toggenburg und Zürich – zudem haben wir auch viele Feriengäste aus Deutschland und Österreich», sagt Bademeister Roland Lüscher.

«Mit den Besucherzahlen sind wir sehr zufrieden. Bereits Ende Juli hatten wir mehr Eintritte als in der vergangenen Saison. Momentan liegt der Vorsprung bei 20 Prozent.»

Abfall kein Problem

Weil sich das Leben im Moment vielfach draussen unter freiem Himmel abspielt, bleibt viel Abfall liegen. Laut Stadtrat Patrik Fink ist dies jedoch kein grosses Problem: «Wie bereits letztes Jahr sind Werkhofmitarbeiter auch an Wochenenden damit beschäftigt, Abfalleimer zu leeren und Littering zu beseitigen, damit Romanshorn sauber bleibt und glänzt.»