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«Tot sind am Ende beide»

Wahlkampf ist mitunter harte Knochenarbeit. Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stellten sich am Donnerstagabend fünf Politiker der kleinen Mitteparteien BDP, GLP und EVP aktuellen politischen Fragen.
Manuel Nagel
Die Politiker Böhni, Somm, Günter, Berner und Guhl stellen sich den Fragen von Marc Haltiner (mit Brille). (Bild: Manuel Nagel)

Die Politiker Böhni, Somm, Günter, Berner und Guhl stellen sich den Fragen von Marc Haltiner (mit Brille). (Bild: Manuel Nagel)

ARBON. Mit der Vermutung, es werde wohl kein Streitgespräch geben, eröffnete Diskussionsleiter Marc Haltiner das Podium in der Aula der Berufsschule Arbon. Es war der erste öffentliche Auftritt des ehemaligen TZ-Ressortleiters Thurgau nach langer Krankheit, den er souverän meisterte. Schliesslich gehörten die Teilnehmer Markus Berner und Andreas Guhl (BDP), Doris Günter (EVP), sowie Klemenz Somm und Thomas Böhni (GLP) allesamt befreundeten Parteien an. Vielleicht mit ein Grund, dass nur gerade neun Interessierte anwesend waren, davon noch weitere Nationalratskandidaten der GLP und der BDP. Organisator Markus Berner vermutete auch eine Sättigung ob «all dieser Köpfe am Strassenrand».

Hilfe vor Ort ist effizienter

Dabei war es trotz der fehlenden Wortgefechte eine angeregte und informative Diskussion zu den aktuellen Themen Asyl, Klimawandel, Bilaterale, Rentenreform und Umweltgesetz.

Ziel der kleinen Parteien sei es, den sechsten bei fünf quasi vergebenen Sitzen zu verteidigen. Ihre Partei habe zwar keine Chance, so Doris Günter, die EVP wolle aber Kandidaten mit Umweltanliegen und christlichen Werten unterstützen.

In der Flüchtlingsdebatte wies Ständeratskandidat Somm pointiert darauf hin, dass immer zwischen politischen und Wirtschaftsflüchtlingen unterschieden werde. Ob nun aber einer von einem Despoten erschossen werde oder verhungere, spiele letztlich keine Rolle. «Tot sind am Ende beide». Berner stimmte dem zu. Man müsse mehr vor Ort helfen. Ein Franken im Krisengebiet bewirke ein Vielfaches.

Kritik an Axpo und Expo

Kritische Äusserungen gab es auch zur Beteiligung des Kantons an der Axpo. Somm ging sogar so weit, dass der Thurgau seine Anteile ausschreiben soll. Er sei überzeugt, diese wolle gar niemand kaufen. Dann könne man diese viel zu hoch bewertete Beteiligung mit einem Franken in die Bücher nehmen. Somm trauert auch den zweieinhalb Milliarden nach, die man nun in die Sicherheit der AKW gesteckt habe. Diese riesige Summe hätte man besser für die Entwicklung neuer Technologien verwendet.

Es sei auch widersprüchlich, dass Exponenten der SVP nun so stark für die Expo weibeln. Einerseits koste dieses Projekt den Thurgau unheimlich viel Geld, andererseits sei eine Expo nicht mehr zeitgemäss und auch nicht nachhaltig, was die Expo 2002 gezeigt habe. Aber die Podiumsteilnehmer befürworten, dass das Volk darüber abstimme, mit der Überzeugung, dass dieses Projekt bei voller Kostentransparenz auch abgelehnt werde.

Ein Himmelfahrtskommando

Ein Besucher dankte den fünf Politikern für ihr Engagement für den Kanton Thurgau, auch wenn es ein Himmelfahrtskommando sei. Als Rat gab er den Mitteparteien mit auf den Weg, sich weniger über die SVP zu definieren. «Ich möchte Sie ermutigen so zu bleiben, aber mehr die eigenen Positionen zu betonen, und nicht andere zu bekämpfen», so der Votant, «denn eure Positionen sind wirklich gut.»

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