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TOD DER BETREIBERIN: Aus für Igelstation Kreuzlingen

In der Stadt gibt es keine Igelstation mehr. Hilfsbedürftige Igel werden aber trotzdem nicht im Stich gelassen: Der Tierschutz hat eine vorübergehende Lösung gefunden. Was längerfristig passiert, ist noch unklar.
Viola Stäheli
Ohne Mutter sind diese Igelbabys verloren. Nur mit aufwendiger Pflege können sie überleben. (Bild: Reto Martin)

Ohne Mutter sind diese Igelbabys verloren. Nur mit aufwendiger Pflege können sie überleben. (Bild: Reto Martin)

Viola Stäheli

viola.staeheli@thurgauerzeitung.ch

Die Igel sind gewappnet für den Winterschlaf: Ein Fettpolster ist angefressen und ein geeigneter Schlafplatz gefunden. Bald schliesst auch der letzte Igel seine Augen und erwacht erst wieder im März, dann, wenn die Sonne wieder richtig wärmt und Insekten leichter zu finden sind. So sollte es eigentlich sein. Aber immer wieder werden hilfsbedürftige Igel gefunden – verletzte und kranke Tiere, oder auch Jungtiere, die ihre Mutter verloren haben. Bisher gelangten diese in die Obhut von Rosemarie Schmitz-Diethelm, die in Kreuzlingen eine Igelstation betrieb. Sie nahm aber nicht nur Kreuzlinger Stachler auf, sondern sorgte auch für die Tiere, welche im Raum St. Gallen, Toggenburg und Appenzell gefunden wurden. Vor kurzem ist die engagierte Frau jedoch unerwartet verstorben. Damit löst sich die Igelstation in Kreuzlingen auf und hinterlässt eine grosse Lücke. Die verbleibenden 24 Igel sind in den Aargauer Igelstationen Oberentfelden und Rheinfelden untergekommen.

Die Unterbringung neuer Findlinge ist aufgrund der Schliessung der Igelstation ein Problem: Die verbleibenden Igelstationen in der Nähe – in Frauenfeld und Winterthur – sind überfüllt und können die entstandene Lücke in der Ostschweiz nicht decken. Auf die Schnelle eine neue Igelstation einzurichten ist kaum möglich. Solche Stationen werden stets von einer Einzelperson getragen, die nicht nur einen erheblichen zeitlichen, sondern auch finanziellen Aufwand bewältigen muss. Ausserdem muss die Haltung von Igeln vom Kanton zugelassen sein: Das Natur- und Heimatschutzgesetz schützt den Igel bundesrechtlich. Im Interesse der Erhaltung der biologischen Vielfalt ist lediglich eine Ausnahmebewilligung für Haltung und Pflege möglich, diese erteilt der Kanton. Privatpersonen dürfen deshalb gefundene Igel nicht einfach aufpäppeln.

Hilfsbedürftige Igel kommen nach Altnau

Als der Tierschutz Kreuzlingen von der Auflösung der Igelstation erfuhr, suchte er fieberhaft nach einer Lösung. Diese ist nun vorübergehend gefunden: Hilfsbedürftige Igel werden ins Tierheim Altnau gebracht, das vom Tierschutz betrieben wird. «Das Tierheim ist berechtigt, Wildtiere zu halten», sagt Heinz Lienhard, der Präsident des Tierschutzes Kreuzlingen. Der erste Igel ist bereits nach Altnau gebracht worden. «Eine längerfristige Lösung ist aber noch nicht gefunden», sagt Lienhard. Die Schliessung der Igelstation Kreuzlingen ist ein überregionales Problem: Auch in St. Gallen, im Toggenburg und im Appenzellerland gibt es Igel, die Hilfe benötigen.

Findet man einen verletzten oder apathischen Igel im Garten, sollte die Meldestelle des Tierschutzes Kreuzlingen kontaktiert werden. Nach einer kurzen Abklärung am Telefon erfolgt der Gang zum Tierarzt. Dort wird entschieden, was für den Igel das Beste ist. Pflegebedürftige Tiere werden ins Tierheim gebracht. «Sind die Igel wieder gesund, ist es wichtig, diese an den Fundort zurückzubringen. Die kleinen Stachler sind sehr reviertreue Tiere», sagt Lienhard. Im Stich gelassen werden die Kreuzlinger Igel also trotz der derzeit schwierigen Situation nicht.

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