Tippfehler stiftet Verwirrung

Zahlendreher in Wäldi

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«Das Ergebnis wird ungültig sein», mutmasst eine aufgeregte Stimmbürgerin aus Wäldi, die sich dieser Tage auf der Redaktion meldet. Es handle sich um einen Fehler mit gravierenden Folgen. Sie schickt sogleich ein Foto als Beweis für das Missgeschick. Tatsächlich: «Abstimmung vom 12. Mai 2017» steht da Schwarz auf Weiss auf dem Stimmrechtsausweis, der eigentlich für die eidgenössische Abstimmung vom 21. Mai gedacht ist.

Der Zufall will es, dass es an dem Abstimmungssonntag, der die Gemeinde Wäldi im Vorfeld reichlich Energie kostet, just ums Energiegesetz geht. Auslöser ist aber nicht etwa ein Energieengpass in der Gemeinde. Auch kein Vogel, der in einer Windturbine starb. «Wir müssen das Datum auf dem Stimmrechtsausweis vor dem Druck jeweils manuell eingeben», erklärt Gemeindepräsident Adrian König. So sei es passiert, dass aus der Zahl 21 in einem Moment der Unachtsamkeit eine 12 wurde.

Während die besorgte Stimmbürgerin Alarm schlägt, nimmt die Gemeinde mit dem Rechtsdienst Kontakt auf. Doch dieser gibt Entwarnung. «Die Wäldemer werden das nationale Ergebnis kaum verfälschen.» So kommentiert Andreas Keller, Generalsekretär des Departements für Inneres und Volkswirtschaft die Angelegenheit leicht schmunzelnd.

Aber abtun darf man das Ganze auch wieder nicht. Wäldi hat immerhin 710 potenzielle Ja- oder Nein-Sager. Bekanntlich gab es in diesem Bezirk auch schon Abstimmungen, die wesentlich knapper ausgefallen sind. Deshalb rät Keller der Gemeinde, den Lapsus zu korrigieren. Das hat diese unterdessen gemacht. «Wir haben 710 neue Briefe verschickt und auf den Fehler hingewiesen.» Die Stimmrechtsausweise behalten ihre Gültigkeit.

Damit verliert die Geschichte definitiv das Potenzial zum Abstimmungsdebakel, sondern behält nur eine Moral: Wie an jedem Ort, wo Menschen hantieren, können auch auf einer Gemeindeverwaltung Fehler passieren. (afl)