Time-out für den Sonntag

Linda Müntener
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Horn/Steinach Wenn das Wetter am Wochenende nicht mitspielt, bleiben viele Kinder und Jugendliche zu Hause. Fernseher statt Fussballwiese, Faulenzen statt Bewegen. Das Projekt «Open Sunday» schafft Abhilfe. In den Herbst- und Wintermonaten können Schüler von der ersten bis zur sechsten Primarklasse sonntags in der Turnhalle spielen. In Horn und Tübach ist damit nun Schluss. Vorerst. Die beiden Gemeinden steigen aus dem Projekt der Stiftung Idée Sport aus.

Das im Jahr 2012 gestartete Bewegungsangebot rechnet sich nicht mehr. Seit der Kanton ausgestiegen ist, haben die Gemeinden die Kosten selber zu tragen. Das macht jährlich 17000 Franken. «Die sinkenden Teilnehmerzahlen rechtfertigen diesen Betrag nicht», sagt die Horner Gemeinderätin Nicole Josuran. 17 «Open Sundays» werden pro Saison veranstaltet. Haben während der Pilotphase in der Saison 2012/2013 noch durchschnittlich 24 Kinder pro Veranstaltung teilgenommen, waren es in der Saison 2016/2017 nur noch 18.

Die Gemeinden suchen nach Alternativen

Ganz auf ein sonntägliches Be-wegungsprogramm verzichten wollen aber weder Tübach noch Horn. Beide Gemeinden suchen nach einem alternativen Angebot. Etwa eines wie in Steinach, wo der «Sunday Sport» von den Sportvereinen gestemmt wird. Unterstützt wird das Steinacher Projekt mit Beiträgen aus dem Kinder- und Jugendkredit des Kantons St. Gallen. Dieser erhält jährlich Mittel aus dem kantonalen Lotteriefonds und fördert damit «innovative Kinder- und Jugendprojekte» in den Gemeinden.

Denkbar wäre ein Anschluss an Steinach

Über eine Zusammenarbeit mit Steinach habe man schon diskutiert, sagt Nicole Josuran. Ein solches Angebot funktioniere aber vor allem in der eigenen Gemeinde. Das habe sich zuletzt im vergangenen Winter gezeigt. Damals fand der «Open Sunday» wegen der geplanten Sanierung der Horner Turnhalle ausnahmsweise in Tüb­ach statt. Prompt kamen mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden aus Tübach. Je kürzer die Wege, desto unkomplizierter die Teilnahme. «Ein Programm in der Nachbargemeinde ist eben nicht dasselbe wie eines vor der Haustüre.»

Linda Müntener

arbon@thurgauerzeitung.ch