Tierischer Ernst

Dreispitz

Chretzer
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Die Kreuzlinger Tierfreunde führen den Chretzer gerade ordentlich in Versuchung. Anlässlich des Streits um den besten Weg zu mehr Tierwohl im Seeburgpark könnte man ganz tief in den Vorratsbehälter für unpassende Vergleiche greifen: sturer Bock, eitler Pfau, dumme Ziege, störrischer Esel ... Die Liste liesse sich noch verlängern, wenn man damit den Tieren nicht so Unrecht tun würde. Wer wüsste das besser als der Chretzer, der ja auch nicht gerade stumm wie ein Fisch ist.

«Blöd wie ein Mensch», denkt der Chretzer vor sich hin. «Da ist ihm die Sprache gegeben, die Kommunikation mit allen Finessen ermöglicht, und er nutzt sie, um zu streiten und dann das Gespräch zu verweigern. Was ist nur aus dem gesunden Menschenverstand geworden!» Der könnte einen Kompromiss ausarbeiten: Die Grasfresser sollten die Wiese abweiden dürfen, weiterhin ihre Wurmkur bekommen und gelegentlich, wenn sie sich zu sehr vermehrt haben, aufgegessen werden. Dafür wurden Haustiere schliesslich irgendwann einmal gezüchtet. Gitzi sind nicht süss, sondern mit etwas Knoblauch durchaus würzig!

Chretzer

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch