Tiefer Seepegel steigt seit ein paar Tagen wieder

ROMANSHORN. Seit Juli ist der Wasserstand im See immer weiter gesunken. Der Pegel liegt seit fast drei Monaten unter dem durchschnittlichen Wert der vergangenen 130 Jahre. Der diesjährige Tiefstand von Ende Februar wurde Mitte September fast wieder erreicht. Erst seit ein paar Tagen nimmt das Wasser im See wieder zu.

Katharina Brenner
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Bild: sgt

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Im Bodensee ist Wasser, klar. Nur wie viel, das ändert sich ständig. In den vergangenen Monaten, seit Juli, ging der Pegel kontinuierlich in eine Richtung: nach unten, der Wasserstand sank. Der Grund dafür sei vor allem die Verdunstung durch die grosse Hitze im Sommer gewesen, sagt Ulrich Göttelmann. Er ist im Amt für Umwelt des Kantons Thurgau für die Hydrometrie zuständig. Das bedeutet, dass er unter anderem den Wasserstand des Bodensees beobachtet.

Für den Bodensee erklärt Göttelmann die folgende typische Entwicklung: Im Sommer ist der Wasserstand stets höher als im Winter. Im Februar oder März erreicht der Pegel den Tiefstand. Im Frühjahr und Sommer füllt sich der See dann mit Wasser aufgrund der Schneeschmelze. Den höchsten Wasserstand erreicht der See Ende Juni, Anfang Juli. Ab Juli oder August sinkt der Pegel wieder.

Pegel seit Juli gesunken

Ein Blick auf die Messungen des Wasserstands in Romanshorn aus diesem Jahr zeigt, dass diese Entwicklung auch für 2015 zutrifft. Der niedrigste Wasserstand wurde demnach Ende Februar gemessen bei etwa 395,3 Metern über dem Meer. Den höchsten Stand erreichte der Pegel Ende Juni bei rund 396,6 Metern über dem Meer. Seit Juli ist der Pegel dann immer weiter gesunken bis Mitte September – abgesehen von minimalen Schwankungen im August.

Die Werte aus Romanshorn, die diesen Sommer gemessen wurden, liegen deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 130 Jahre. Doch von einem Rekord ist deshalb nicht zu sprechen. Denn sie liegen auch ebenso deutlich über dem durchschnittlichen Minimum. Das zeigen die Messergebnisse, die das Bundesamt für Umwelt auf seinen Internetseiten zur Verfügung stellt.

Der Wasserstand hat im Sommer abgenommen – bis Mitte September. «Am 13. September haben wir einen Wasserstand von 395,41 Metern über dem Meer gemessen», sagt Ulrich Göttelmann vom kantonalen Amt für Umwelt. Seitdem hat der Wasserstand wieder zugenommen: «Jetzt haben wir einen Wasserstand von 395,56 Metern über dem Meer.»

Der durchschnittliche Wert für Mitte September liegt laut der Statistik bei rund 395,9 Metern über dem Meer, das durchschnittliche Minimum bei etwa 394,85 Metern über dem Meer. Es sei nicht ungewöhnlich, dass der Pegel seit kurzem wieder steige, sagt Göttelmann. Zum einen sei es jetzt kühler, das Wasser verdunste nicht mehr so schnell wie in den extrem heissen Sommermonaten. Zum anderen gebe es jetzt im Einzugsgebiet des Rheins wieder mehr Niederschlag. Das habe Auswirkungen auf den Pegel des Bodensees, auch wenn es sich häufig nur um ein paar Zentimeter handle. Doch letztlich hänge der Wasserstand im See immer vom Rhein ab.

Schwankungen sind normal

Der durchschnittliche Wert der vergangenen 130 Jahre zeigt einen Abfall des Wasserstands ab Ende Juni oder Anfang Juli, die Zunahme jetzt fällt im Vergleich auf. Dass der aktuelle Wert ein oder zwei Meter über oder unter dem Mittel liege, sei aber normal, sagt Göttelmann. «Es geht hier schliesslich nicht um sieben, acht oder neun Meter.»