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THURGAU: Stararchitekten Herzog & de Meuron ziehen sich aus Projekt in Berg zurück

Die Familie Brauchli will auf dem Areal ihrer Ziegelei einen neuen Dorfteil bauen. Nicht mehr ins Projekt involviert sind die Architekten von Herzog & de Meuron. Mit neuen Planern soll es nun aber vorwärts gehen.
Mario Testa
Auf der grossen Brache hinter der Ziegelei soll eine moderne Überbbauung entstehen. (Bild: Mario Testa)

Auf der grossen Brache hinter der Ziegelei soll eine moderne Überbbauung entstehen. (Bild: Mario Testa)

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch

Eins steht nun fest: Ziegeleiquartier soll der künftige Berger Dorfteil heissen, der auf den sieben Hektaren des Ziegeleiareals entstehen soll. Und ebenfalls fest steht: es wird nun doch nicht das erste Projekt der Basler Stararchitekten Herzog & de Meuron im Kanton Thurgau sein. «Nachdem die 2017 vorgenommene Markt- und Standortanalyse grundlegende Änderungen des Plans bedingte, entschloss sich Herzog & de Meuron, an der Erarbeitung des Projekts nicht weiter mitzuwirken», schreiben die Verantwortlichen der Brauchli Zieglei AG und der Totalunternehmer Losinger Marazzi AG in einer gemeinsamen Mitteilung.

Auf Anfrage bestätigt auch Herzog & de Meuron, die ihren Masterplan für das Areal im Jahr 2016 präsentiert hatten, den Rückzug aus dem Projekt. Grund dafür sei die von Losinger Marazzi vergangenes Jahr durchgeführte Marktanalyse und die daraus resultierenden neuen Rahmenbedingungen und Anforderungen für die Entwicklung des Areals. «Da diese einen städtebaulichen Ansatz bedingen, der grundlegend vom ursprünglichen Masterplan abweicht, haben sich Herzog & de Meuron dazu entschlossen, nicht an einer Neuerarbeitung des Projekts mitzuwirken», teilt das Büro der Basler Architekten mit.

Gemeinderat freut sich über die Fortsetzung

Neu für die gestalterischen Ideen des Grossprojekts in Berg zuständig sind das Zürcher Architektur- und Planungsbüro KCAP und die Wiener Landschaftsarchitekten YEWO Landscapes. Die Mitteilung über diesen Wechsel löste im Berger Gemeindehaus unterschiedliche Reaktionen aus. «Dem Gemeinderat wurde ein möglicher Ausstieg von Herzog & de Meuron angedeutet. Jetzt ist er definitiv. Das ist natürlich schade, ein so bekannter Name für ein Projekt in Berg hätte uns natürlich gefreut», sagt Gemeindepräsident Max Soller. Die Nachfolge-Architekten seien in der Öffentlichkeit nicht so bekannt. «Aber es ist erfreulich, dass das Projekt weitergeht. Wir sind gespannt auf den neuen Masterplan. Dem Gemeinderat wurde eine baldige Präsentation angekündigt.»

Für die Entwicklung des Areals ist nun Totalunternehmer Losinger Marazzi verantwortlich. Er führte vergangenes Jahr bereits die Markt- und Standortanalyse durch, befasste sich mit den Fragen zum künftigen Nutzungsmix der Überbauung und liess den Namen Ziegeleiquartier entwickeln. Wohnungen, Geschäfte und Grünräume sollen dort entstehen. «Wie genau das Areal aussehen wird, wissen wir noch nicht. Wir müssen zuerst den Masterplan erarbeiten, die Volumen grob verteilen. Welche Materialen dann beim Bau zum Einsatz kommen werden, wird in einem späteren Schritt entschieden», sagt Daniela Born, Kommunikationsleiterin der Losinger Marazzi AG.

Reizvolles Projekt für Totalunternehmer

Der bisherige Masterplan von Herzog & de Meuron könne durchaus in die erneute Planung einfliessen, aber es werde sicherlich Abweichungen zu deren Modell geben, sagt Born. «Wir blenden sicher nicht alles aus. Gerade weil jedoch ein paar Jahre seither vergangen sind und sich die Rahmenbedingungen geändert haben, müssen wir sicher gehen, dass wir mit unserem Masterplan auf die aktuellen Begebenheiten eingehen.» Die Losinger Marazzi AG habe viel Erfahrung im Gebiet der städtebaulichen Erneuerung und im Beleben alter Industrieareale. «Solche Projekte sind für uns immer spannend. Bei jedem neuen Projekt treffen wir auf eine andere Geografie, neue Voraussetzungen und Partner.»

Auf dem Areal sollen verschiedene hochwertige aber bezahlbare Wohnformen sowie Gewerbeflächen in mehreren Etappen entstehen. Einkaufs- möglichkeiten, Gesundheitsdienstleiter oder Cafés sind mögliche Nutzungen. Insgesamt soll eine Art Dorfplatz entstehen. Die Ziegelei selbst soll als Produktionsstätte erhalten bleiben und eine identitätsstiftende Rolle spielen. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass 2019 der Gestaltungsplan vorliegt und die Bauarbeiten 2021 beginnen.

Projekt-Homepage:

www.ziegeleiquartier.ch

Die Ziegelei mit dem imposanten Hauptgebäude soll trotz der geplanten Überbauung des Areals dahinter erhalten bleiben. (Bild: Mario Testa)

Die Ziegelei mit dem imposanten Hauptgebäude soll trotz der geplanten Überbauung des Areals dahinter erhalten bleiben. (Bild: Mario Testa)

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