Therapieren mit Robotern

In der Helios Klinik fand die Gründungsveranstaltung für das Projekt «Artic» statt. Dieses erforscht Rehabilitationstherapien mit Hilfe von Computern.

Erwin Schönenberger
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Der Lokomat unterstützt per Computer die Rehabilitation. (Bild: sbe)

Der Lokomat unterstützt per Computer die Rehabilitation. (Bild: sbe)

ZIHLSCHLACHT. «Die Zahl der Patienten mit Hirnschädigungen wird aus demographischen Gründen zunehmen, während die Zahl der Ärzte und Therapeuten in Zukunft eher abnehmen wird.» So begründet Chris Zimmerli von der Firma Hocoma in Volketswil den vermehrten Einsatz von roboter- und computergestützten Technologien in der Rehabilitation.

Die Firma ist weltweit führend in der Entwicklung und Herstellung dieser vielseitigen, hochtechnisierten Geräte für Früh-, Gang- und Arm-Rehabilitation, die auch in der Helios Klinik Zihlschlacht im Einsatz sind.

Weltweiter Austausch

Von Anbeginn an ist die Helios Klinik Zihlschlacht als klinischer Praxispartner in die Geräteentwicklung bei der Firma Hocoma eingebunden. Als sogenannte Referenzklinik für die alltagsorientierte Anwendung und gelungene Integration computergestützter Therapien in die Rehabilitation erhält die Klinik regelmässig Besuch aus In- und Ausland. Die Helios Klinik steht ausserdem im internationalen Austausch mit verschiedenen Rehabilitationszentren weltweit.

In diesem Zusammenhang ist ein internationales Projekt am Entstehen, genannt Artic (Advanced Robotic Therapy Integrated Centers). Ziel dieser Initiative ist, weltweit Kliniken und Institute zusammenzubringen, die fortgeschrittene Rehabilitationstechnologie einsetzen und fördern, den klinischen Einsatz optimieren und Erfahrungen auf internationaler Ebene austauschen wollen. So trafen sich Vertreter namhafter Zentren aus den USA, Singapur und der Schweiz zum Gründungs-Meeting des Artic-Projekts in der Helios Klinik Zihlschlacht, um das weitere Vorgehen für eine weltweite Standardisierung zu diskutieren.

Anwendung optimieren

Ziel des Artic-Projekts ist es, Rezepte für den Einsatz der Therapiegeräte zu entwickeln und so weiteren Kliniken wissenschaftlich fundierte Grundlagen zur Verfügung zu stellen. Die internationale Zusammenarbeit mit der Firma Hocoma und untereinander soll damit optimiert werden. Sie wird auch für die Entwicklung der Geräte für roboter- und computergestützte Technologien in der Rehabilitation praxisnahe Erkenntnisse liefern.

Fortschritt aufzeigen

Interessant ist der Einsatz dieser Geräte aber auch für die Leistungsträger, kann doch damit auch der Stand und Fortschritt der Therapien klar und unabhängig von persönlichen Meinungen der Therapeuten aufgezeigt werden. Die am Projekt beteiligten Zentren werden ihre Ergebnisse untereinander und mit der Firma Hocoma austauschen und damit für neue Rehabilitationszentren den Einstieg in die erfolgversprechende Technik erleichtern.