Temporäres Niemandsland

Rauhnächte nennt man die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig, wenn das alte Jahr quasi vorbei ist und das neue noch nicht richtig angefangen hat.

Chretzer
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Rauhnächte nennt man die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig, wenn das alte Jahr quasi vorbei ist und das neue noch nicht richtig angefangen hat. Wahlweise hat der Name was mit der Sitte des Räucherns zu tun oder mit den pelzigen, rauhen Gestalten, die abergläubische Menschen in dieser Zeit erschrecken. Rauhnächte fühlen sich ein bisschen so an wie Aufenthalte im Tägermoos, an der Kunstgrenze oder im Gebiet zwischen dem Schweizer und dem deutschen Zoll, in denen man das eine Land gedanklich verlassen hat, ohne das nächste schon betreten zu haben. In den Rauhnächten können Tiere sprechen und manche Wesen die Zukunft vorhersagen. Leider weiss man nicht, wer Simulant ist und wer nicht. Versuchen wir es doch einmal!

Des Chretzers Vorhersage für 2015: Wir werden uns weiter über den Boulevard streiten, über das Wetter beschweren und uns über die Entscheidungen des Stimmvolks wundern. Und wenn wir schlau sind, werden wir uns darüber freuen, keine anderen Sorgen zu haben.