Tempo 30 kommt in zwei Etappen

Von Anwohnern kam der Wunsch, formuliert in einer Petition. Jetzt hat der Stadtrat beschlossen, im erweiterten Bergliquartier eine Tempo-30-Zone einzuführen. Wegen der stattlichen Kosten von 633 000 Franken allerdings etappiert über einen längeren Zeitraum.

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Tempo 30 bis in einem Jahr: Römerstrasse und Thomas-Bornhauser-Strasse im Arboner Bergliquartier. (Bild: Max Eichenberger)

Tempo 30 bis in einem Jahr: Römerstrasse und Thomas-Bornhauser-Strasse im Arboner Bergliquartier. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Den Grundsatzentscheid, im Bergliquartier Ost eine Tempo-30-Zone einzuführen, hat der Stadtrat an seiner letzten Sitzung beschlossen. Auslöser war eine von Anwohnern lancierte Petition im Frühjahr 2013. Zunächst gab der Stadtrat ein verkehrstechnisches Gutachten in Auftrag. Ein solches muss Gründe nachweisen, um eine solche Zone einführen zu können. Gemäss Bundesgerichtsentscheid sei eine Tempo- 30-Zone nur dann gerechtfertigt, wenn andere Massnahmen nicht möglich sind, hält der Stadtrat fest. Eine Gefahrensituation alleine reiche noch nicht aus, um eine Temporeduktion einzuführen. Bewilligungsinstanz ist der Kanton.

158 Sicherheitsdefizite

Im erstellten Gutachten wurden im erweiterten Bergliquartier Ost (Romanshorner-, Sonnenhügel-, St. Galler-, Rebhalden- und Friedenstrasse) rund 158 Sicherheitsdefizite festgehalten. Zumeist seien dies «ungenügende Sichtweiten». In seiner Medienmitteilung führt der Stadtrat Bepflanzungen, feste Hindernisse, fehlende Warteräume für Fussgänger oder teilweise fehlende Trottoirs auf. Im Juni hat der Stadtrat das Gutachten genehmigt und anschliessend zusammen mit den Petitionären das weitere Vorgehen festgelegt. Die geschätzten Kosten zu Einrichtung einer flächendeckenden Tempo-30-Zone im Bergliquartier Ost würden sich auf 633 000 Franken belaufen.

Projekt wird aufgeteilt

Wegen der stattlichen Kosten ist gemeinsam entschieden worden, das Projekt zu etappieren. In einem ersten Schritt werden die nötigen baulichen Massnahmen im Teilgebiet Römerstrasse bis Romanshornerstrasse umgesetzt. Dies, weil in diesem Teilgebiet bereits Strassensanierungen und Werkleitungsarbeiten gemäss Investitionsplan vorgesehen sind. Dies bedeutet, dass im Rahmen der Sanierungsarbeiten die Strassen bereits gemäss den Vorschriften für eine Tempo-30-Zone umgestaltet werden können.

Erste Etappe bis Herbst 2015

Ziel ist, alle Arbeiten und Massnahmen in diesem Teilgebiet bis Herbst 2015 abzuschliessen. Dazu zählen alle baulichen Massnahmen, die Bewilligung durch den Kanton sowie die Auflage zur Neusignalisation. In einem zweiten Schritt soll die Umsetzung im Gebiet südlich der Römerstrasse folgen. «Die Realisierung erfolgt in Abstimmung mit dem Investitionsplan der Stadt Arbon mit einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren», heisst es in der Mitteilung.

Immer Rechtsvortritt

In Tempo-30-Zonen gilt – unabhängig ob Velofahrer oder Automobilist – immer Rechtsvortritt. Allfällige Vortrittsregelungen müssen aufgehoben und einzelne Bereiche übersichtlicher gestaltet werden – wo dies wegen wegen Stützmauern oder Hausfassaden nicht verunmöglicht ist. (mtk/red.)

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