Tausend Stunden für die «Gotthardpost»

In mehrjähriger Arbeit hat Hans Gerber die «Gotthardpost» nach der bekannten Vorlage von Rudolf Koller in Lindenholz geschnitzt. Das imposante Werk ist 25 Kilo schwer. Der Holzschnitzer möchte es als Leihgabe an einem geeigneten Ort ausstellen.

Hedy Züger
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Holzschnitzer Hans Gerber mit seinem Werk «Die Gotthardpost». (Bild: Hedy Züger)

Holzschnitzer Hans Gerber mit seinem Werk «Die Gotthardpost». (Bild: Hedy Züger)

ARBON. Hans Gerber ist ein bekannter Holzschnitzer. Er erteilt auch Kurse. Jetzt hat er das grösste Werk, an dem er je arbeitete, fertiggestellt. Es handelt sich um die Wiedergabe der «Gotthardpost», einer bekannten Malerei von Rudolf Koller. In feiner Handschnitzerei. Koller erhielt 1873 den Auftrag zu diesem Bild, es war als Geschenk für Alfred Escher , den Erbauer der Gotthardbahn, bestimmt.

Mit wehenden Mähnen

Die Schnitzerei zeigt wie das gemalte Original die Postkutsche, den Postillon mit Peitsche und das Gespann im Galopp, dem ein von Panik erfasstes Kälbchen vorauseilt. Die wehenden Mähnen der Pferde, Details der Kutsche und auch eine Kurve der gemauerten Gotthardstrasse wurden präzise übernommen. Die Tafel ist über einen Meter gross und wiegt 25 Kilo. Den zeitlichen Aufwand für das Schnitzwerk schätzt Gerber auf weit über tausend Stunden, allein für den handgeschnitzten Rahmen, ebenfalls aus Lindenholz, setzte er 120 Arbeitsstunden ein.

Mehrjährige Arbeit

Die Idee, die «Gotthardpost» zu schnitzen, entwickelte der Arboner vor etwa zehn Jahren. Der inzwischen verstorbene Freund Hermann Camenzind griff sie wieder auf und die beiden Holzschnitzer arbeiteten zeitweise gemeinsam am grossen Werk. Hans Gerber ist bereit, die aussergewöhnliche, imposante Arbeit als Leihgabe an einem geschützten Ort auszustellen, damit sich ein grösseres Publikum daran erfreuen kann.