Tatort Natur

Kürzlich im Landi Weinfelden, nachmittags um 14 Uhr 30, vor dem Spritz- und Giftregal. Handgriffe nach dem Gift, gegen Unkraut, Läuse, Larven und sonstige unerwünschte Auswüchse der Natur. Schnell heim damit, dem Ungeziefer den Garaus bereiten.

De Wortmetz
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Kürzlich im Landi Weinfelden, nachmittags um 14 Uhr 30, vor dem Spritz- und Giftregal. Handgriffe nach dem Gift, gegen Unkraut, Läuse, Larven und sonstige unerwünschte Auswüchse der Natur. Schnell heim damit, dem Ungeziefer den Garaus bereiten.

Doch halt, was ist mit den armen Viechern, die auch daran verrecken oder krank werden, auf Kosten einer etwas schöneren Blüte oder einer reineren Frucht? Die, wenn wir so weiter- machen, aussterben. Bienen und Hummeln zum Beispiel. Ironie! Ohne diese Flieger würd's gar nix geben, wofür es lohnt, dann wieder zu spritzen. Also rotten wir's doch aus – dann können wir aufhören zu gifteln, weil nix mehr da ist zum Vergiften.

Das ist zwar nicht nachhaltig, aber wenigstens verrecken keine unschuldigen Tierchen mehr – wir dann dafür irgendwann. Auf den Verpackungen steht zwar: Ungefährlich für Mensch, Tier, Bienen und so weiter… Vielleicht im Moment, vielleicht, vielleicht.

In diesem Sinne, manch ein Pflänzchen oder ein Schädling hat seinen Nutzen und Platz. Und glaubt nicht alles, was auf den Verpackungen steht, glaubt an die Natur.

wortmetz@gmx.ch