Taschendiebe in der Migros

AMRISWIL. Wer ins Einkaufszentrum geht, sollte auf sein Portemonnaie achten. In Amriswil häufen sich Taschendiebstähle. Kantonsweit muss die Polizei vermehrt Bettler und Sammler wegweisen.

Roger Häni
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Unbemerkter Griff in die Handtasche: Rund ein Dutzend Portemonnaie- und Trickdiebstähle gab es in Amriswil innerhalb von drei Monaten. (Archivbild: Meinrad Schade)

Unbemerkter Griff in die Handtasche: Rund ein Dutzend Portemonnaie- und Trickdiebstähle gab es in Amriswil innerhalb von drei Monaten. (Archivbild: Meinrad Schade)

AMRISWIL. Viel Ärger für zwei Frauen bei ihrem Einkauf in der Migros: Die eine wird in ein Gedränge bei den Milchprodukten verwickelt, die andere hilft zwei Personen das WC-Papier zu finden. Beiden Frauen fehlt danach das Portemonnaie mit dem Geld und allen Karten.

Der eine Fall ereignete sich letzte Woche, der andere ebenfalls erst kürzlich. Beide sind der Kantonspolizei bekannt, wie Informationschef Andy Theler bestätigt. «Die Opfer haben Anzeige erstattet, wir ermitteln.» Es sind nicht die einzigen solchen Fälle in den Protokollen der Polizei. Theler spricht von rund einem Dutzend Portemonnaie- und Trickdiebstählen in den grossen Amriswiler Einkaufszentren innerhalb von drei Monaten und stellt eine Zunahme solcher Straftaten fest.

Polizei erhöht Präsenz

In den vergangenen Monaten hätten vor den Einkaufszentren im ganzen Kanton mehr Personen weggewiesen werden müssen, die betteln und sammeln. «Ein Zusammenhang mit der Zunahme von Portemonnaie- und Trickdiebstählen in den Einkaufszentren kann nicht ausgeschlossen werden», sagt Andy Theler. Konkrete Anhaltspunkte lägen dafür allerdings nicht vor.

Als Reaktion auf die Diebstähle hat die Kantonspolizei Thurgau ihre Präsenz in den Einkaufszentren erhöht. Die Migros selbst beabsichtigt aufgrund der neuesten Fälle keine Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen – «da wir schon einiges unternehmen», sagt Mediensprecherin Judith Bösch.

Security und Detektive

Sie erwähnt Lautsprecherdurchsagen, Plakate von der Polizei, Security-Mitarbeitende in Stosszeiten sowie Ladendetektive, die in allen Filialen unterwegs seien. Bei verdächtigen Personen würde noch vor dem Diebstahl die Polizei alarmiert, damit diese sie überprüfen oder anhalten könne, sagt Judith Bösch. «Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen.»

Bei Neu- und Umbauten richte die Migros Publikum-Monitoring (Bildschirme, auf denen sich die Kunden selbst in den Laden gehen sehen) ein, um die Polizei mit Bildern unterstützen zu können. «Dies ist eine erfolgreiche Präventivmassnahme, um Banden oder Profis fernzuhalten.»

Nicht nur in Amriswil

Im Hinblick auf die Vorweihnachtszeit würden die Migros-Filialen jeweils im Herbst per Mail über die Problematik informiert. Denn: Taschendiebstähle gebe es meist dann, wenn es viele Kunden im Laden habe – beispielsweise eben in der Vorweihnachtszeit – und längst nicht nur in Amriswil. «Sie kommen bei uns in der ganzen Schweiz vor, wellenartig, mal weniger mal mehr», sagt Bösch.