Tarife werden teurer

Die Spitex am See betreute 2008 mehr Klienten und verrechnete mehr Leistungen. Höhere Tarife ab 2009 sollen die kommende Rechnung entlasten.

Marion Theler
Drucken
Teilen

Illighausen. Die Spitex am See, zuständig für Altnau, Bottighofen, Münsterlingen, Güttingen, Langrickenbach und Lengwil, hat ihr erstes volles Geschäftsjahr hinter sich. Über 11 000 Stunden wurden 195 Klienten verrechnet: «Ein Plus von 7,6 Prozent», konstatierte Vreni Ellenbroek an der Generalversammlung zufrieden. Demgegenüber seien die Lohnkosten nur um 4,5 Prozent angestiegen. Man habe also sehr effizient gearbeitet, sagte die Präsidentin.

Defizit gesenkt

Zurzeit beschäftige die Spitex am See elf Pflegefachfrauen, die sich ein Pensum von 460 Prozent teilen sowie zwei Hauspflegerinnen und 18 Haushelferinnen mit insgesamt 320 Stellenprozenten. Dazu kommt die Administration mit gut 50 Prozent. Der Mitgliederbeitrag bleibt bei 30 Franken. Je mehr Aufträge man bewältige, umso grösser werde das Defizit: Das sei die Realität einer Spitex, erklärte Finanzchefin Ingrid Lang den 91 anwesenden Mitgliedern. Sparpotenzial gebe es kaum, und die Tarife seien weit entfernt von kostendeckend. Trotzdem habe man den Rückschlag von budgetierten 29 000 Franken auf 10 000 Franken senken können.

Mehr Lohn für Personal

Noch besser sollte es nächstes Jahr aussehen: Da die Spitex Thurgau mit den Krankenkassen rund 10 Prozent höhere Tarife für die pflegerischen Leistungen ausgehandelt habe und die Spitex am See zudem die hauswirtschaftlichen Leistungen ab 2009 für 5 Franken mehr pro Stunde verrechne, wird für 2009 nur noch ein Defizit von rund 4000 Franken vorgesehen. Das Personal kommt in den Genuss einer ausserordentlichen Lohnerhöhung: Diese wurde vom Spitexverband Thurgau empfohlen, da die kantonalen Löhne nicht mehr konkurrenzfähig seien.

Nachbarschaftshilfe fördern

Irma Weigle aus Bottighofen, früher selber Spitex-Präsidentin, bat die Anwesenden, ihr zu melden, wenn man von einsamen, älteren Menschen wisse, die eventuell gerne Besuch hätten. Insbesondere Spitex-Mitarbeiterinnen wüssten oft von solchen Situationen. In Bottighofen haben sich einige Frauen organisiert, die es sich zur Aufgabe machen, solche Senioren zu kontaktieren und auf Wunsch sporadisch oder regelmässig zu besuchen. «Wir möchten die Nachbarschaftshilfe etwas fördern», sagte Weigle.

Aktuelle Nachrichten