«Tanzen fördert die Kreativität»

Frau Kummer, Sie unterrichten seit den Sommerferien an der Musikschule Bischofszell kreativen Kindertanz. Was kann man darunter verstehen?

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Anna Kummer Tanzpädagogin

Anna Kummer Tanzpädagogin

Frau Kummer, Sie unterrichten seit den Sommerferien an der Musikschule Bischofszell kreativen Kindertanz. Was kann man darunter verstehen?

Im Kurs werden die Kinder auf spielerische Weise an koordinierte Bewegungsabläufe herangeführt. Das Körperbewusstsein wird gestärkt, die Körperhaltung verbessert, Musikalität und Rhythmusgefühl werden gefördert.

Der erste Kurs richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Ist das nicht ein wenig früh?

Kleine Kinder sind noch sehr unbefangen und noch nicht so gehemmt, wie dies ältere Kinder vielfach sind. Aber natürlich kann man in jedem Alter mit dem Tanzen beginnen, dafür ist es nie zu spät. Freies Tanzen fördert die Kreativität und bietet einen guten Ausgleich zu Kindergarten und Schule, wo die Kinder lange still sitzen müssen.

Wie unterscheidet sich der Kindertanz vom Kinderturnen?

Beim Kindertanz geht es mehr um Improvisation, um Ausdrucksformen zur Musik.

Kommen auch Buben zum Tanzen?

Nach wie vor scheint das Tanzen eher ein Angebot zu sein, das Mädchen anspricht. Obwohl Kreativer Kindertanz und das Angebot «Move & Dance» für die älteren Kinder nichts mit Ballett und rosaroten Tutus zu tun hat. Das ist sehr schade, lediglich vier Jungs haben sich nach der Schnupperlektion angemeldet.

Wie könnte man dies ändern?

Vielfach fehlt das männliche Vorbild, der Mann als Tanzlehrer. Mädchen wollen schön, Buben wild tanzen. Diesem Umstand muss man Rechnung tragen. Beim Hip-Hop oder Breakdance sind die Jungs ja auch gut vertreten. (het)