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TALK: Über Kunst lässt sich streiten

Der dreifache Kugelstossweltmeister Werner Günthör und die Theaterfachfrau und Kulturproduzentin Esther Widmer waren zu Gast bei der Radiosendung «Persönlich». Sie haben mehr gemeinsam, als es scheint.
Leandra Reiser
Radio-Talk im Romanshorner Kino Roxy mit Ex-Kugelstoss-Champion Werner Günthör und Esther Widmer, Geschäftsleiterin der Stiftung Erbprozent, die Livesendung wird moderiert von Daniela Lager. (Bild: Reto Martin)

Radio-Talk im Romanshorner Kino Roxy mit Ex-Kugelstoss-Champion Werner Günthör und Esther Widmer, Geschäftsleiterin der Stiftung Erbprozent, die Livesendung wird moderiert von Daniela Lager. (Bild: Reto Martin)

Ein ungewöhnliches Paar: Kugelstossweltmeister Werner Günthör und die Kulturproduzentin Esther Widmer sprachen gestern mit Moderatorin Daniela Lager über ihre Karrieren, Träume und ihre Heimat im Thurgau.

Sie waren zu Gast in der SRF 1-Radiosendung «Persönlich», die bereits zum zweiten Mal aus der Hafenstadt Romanshorn live übertragen wurde.

«Es könnte nicht kitschiger sein», schwärmte Moderatorin Daniela Lager in Romanshorn über blühende Bäume und den blauen Bodensee. Dennoch lauschte den Worten der Radiojournalistin ein beträchtliches Publikum, das anstatt sich am See zu sonnen ins Kino Roxy gekommen war – und zwar um dem Gespräch zwischen Werner Günthör und Esther Widmer beizuwohnen.

Ein grosser Rucksack an Lebenserfahrung

Werner Günthör, 55 Jahre, zwei Meter gross, ausgebildeter Sportlehrer, ehemaliger Spitzenleichtathlet und dreifacher Weltmeister. Esther Widmer, 57 Jahre, nicht ganz zwei Meter gross, gelernte Reisefachfrau, Kulturproduzentin und Kulturmanagerin. Die Werdegänge der Gesprächspartner könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch haben die zwei einiges gemeinsam: Sie verfügen über einen grossen Rucksack an Lebenserfahrung, haben mit starkem Willen auf ganz unterschiedlichen Gebieten Grosses erreicht, sind Persönlichkeiten, die sich für ihre Ideale engagieren.

«Ich habe schon als kleiner Knirps gesagt, ich will an die Olympiade», erzählte Günthör von den Anfängen seiner Laufbahn. Die Rede ist von Speeren, die in Nachbars Garten landeten, und wie er sich zwischen Stacheldraht und Haselstrauch im Stabhochsprung übte. «Kann man sich gar nicht vorstellen, dass Sie mal klein waren», witzelte Lager.

Was er jedoch «heute so im Leben mache» wunderten sich viele: Der gebürtige Uttwiler ist seiner Berufung nach Ende seiner erfolgreichen Karriere treu geblieben und arbeitet heute beim Bundesamt für Sport in Magglingen, wo er unter anderem die Ausbildung neuer Generationen fördert.

Die Erhaltung ihres Metiers über Generationen ist auch Esther Widmer ein Anliegen: Als Geschäftsführerin der Stiftung Erbprozent Kultur sammelt sie Geld für kulturelle Institutionen. Keine einfache Sache sei es, mit Leuten über ihren Tod zu sprechen.

«Das Thema Geld ist einfacher, da es sich bloss um 1 Prozent des Erbes handelt, das in die Kultur einfliesst», erklärte Esther Widmer. Die in Rorschach aufgewachsene Kulturproduzentin war in den letzten Jahren an vielen verschiedenen Orten tätig: etwa als administrative Leiterin des Filmfestivals Fribourg oder als Event Responsable der Arteplage Murten an der Expo02.

Was aber macht denn eine Kulturproduzentin genau? «Eigentlich bin ich für alles zuständig, ausser für die Kunst selber», gibt Widmer schmunzelnd zur Antwort.

Werner Günthörs mentale Stärke

Über Kunst lässt sich mit Werner Günthör streiten: «Was ist überhaupt Kunst?», philosophierte er beinahe. Sport sei dagegen eine klare Sache. «Im Grunde ist Leichtathletik im Gegensatz zu anderen Sportarten etwas vom Blödesten, was man machen kann. Es ist immer gleich, man muss bloss üben – und davon überzeugt sein», meinte er.

Zwei der wichtigsten Zutaten seines Erfolgsrezeptes sind seine mentale Stärke und sein Wille: «Egal was ich tue, ich will die Sache beherrschen und mich verbessern», sagt Werner Günthör. So auch beim Töfffahren – eine weitere Leidenschaft von Günthör, der sogar im Besitz einer Instruktorausbildung ist.

Esther Widmer spricht fünf Sprachen

Eine Leidenschaft stellt für Kulturproduzentin Esther Widmer hingegen das Reisen in fremde Länder dar. Sie spricht fünf Sprachen, ist Pendlerin und wollte schon in jungen Jahren «weg aus der Enge Rorschachs». Zudem kocht sie liebend gerne und wäre gerne auch Köchin geworden: «Davon hat mir aber mein Vater abgeraten.»

Eines stellte Moderatorin Daniela Lager zum Schluss der Sendung aber ganz klar: Leute in der Schweiz, die etwas bewegen – das seien die beiden Persönlichkeiten auf alle Fälle.

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