Tag der offenen Tür bei «Fiwo»

Bereits im September hat die Sozialfirma Fiwo den Vorjahresumsatz erreicht. Dämmplatten aus einheimischer Schafwolle finden immer mehr Anklang.

Erwin Schönenberger
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Einblick in die Produktion. (Bild: Erwin Schönenberger)

Einblick in die Produktion. (Bild: Erwin Schönenberger)

BISCHOFSZELL. Endgültig vorbei ist die Zeit, als den Schweizer Schafzüchtern lediglich die ökologisch unsinnige Möglichkeit blieb, die Wolle ihrer Schafe verbrennen oder kompostieren zu lassen. Seit drei Jahren produziert die Bischofszeller Sozialfirma Fiwo (Förderung innovativer Wollverarbeitung Ostschweiz) neben Dämmplatten aus Schafwolle eine ganze Reihe von Produkten und bietet damit erst noch Langzeit-Arbeitslosen die Möglichkeit, sich fit zu machen für einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt.

Kapazität laufend ausbauen

Gemäss «Fiwo»-Geschäftsführer Hans-Ueli Scherrer erweitert sich laufend der Markt für die Produkte, die in Bischofszell aus Schafwolle hergestellt werden. Vor allem wird von den Handwerkern geschätzt, dass die «Fiwo» statt der bisherigen losen Schafwolle-Dämmmaterialien Dämmmatten und Dämmzöpfe anbieten kann. Dies vereinfacht den Einbau von Isolationen erheblich.

Die steigende Nachfrage bedingt aber auch, dass die Produktionsmittel so angepasst werden, dass keine Lieferengpässe entstehen. Als Neuerungen wurden in den letzten Monaten eine neue Maschine zur Herstellung von Dämmzöpfen und eine leistungsfähige Mischanlage installiert. Mussten bisher fünf kräftige Leute in diesem Sektor arbeiten, erledigt nun die neue Anlage diese Arbeit mit einer Leistung von rund 500 kg pro Stunde.

Sortiment laufend erweitern

Am Tag der offenen Tür konnten die Besucher einen Einblick nehmen in die Produktion und auch in die Vielfalt der Produkte, die in der «Fiwo» hergestellt werden. Das Angebot beschränkt sich nicht mehr nur auf Dämmmaterialien für den Bau, sondern umfasst auch Bettwaren, Sitzkissen und Nadelfilzprodukte. Dass die ökologisch geprägte Innovation grosse Anerkennung findet, zeigt sich auch darin, dass das Bundesamt für Landwirtschaft die Firma mit Beiträgen unterstützt.

Dank der «Fiwo», die letztes Jahr rund 270 Tonnen Schafwolle verarbeitete, findet die Schweizer Schafwolle eine sinnvolle Verwertung im Bausektor und anderen textilen Bereichen.