Tänzerinnen treiben Schabernack

KREUZLINGEN. Volles Haus am Samstagabend im Kreuzlinger Dreispitz: Die Burlesque-Show «La vie en rose» begeisterte die Besucherinnen und Besucher. Die Darbietungen der quirligen Damen waren eine Augenweide. Auch Veranstalterin Carmelina Kirstein ist sehr zufrieden.

Desirée Müller
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Ein Traum in Weiss: Tänzerinnen am Samstagabend im Dreispitz. (Bild: Desirée Müller)

Ein Traum in Weiss: Tänzerinnen am Samstagabend im Dreispitz. (Bild: Desirée Müller)

Die Besucher scheinen sich extra schick gemacht zu haben für die Show. «Sonst kann ich die ja nie anziehen», sagt eine ältere Frau und zupft an ihrer Federboa. Die Musik geht ohrenbetäubend laut los, der Bass dröhnt und der Vorhang öffnet sich. Dahinter kommen perfekt gestylte Damen mit einem breiten Lächeln im Gesicht, in kecken Posen und goldigen Glitzerkleidchen zum Vorschein. Die folgende Choreographie strotzt nur so von Weiblichkeit, Eleganz und feurigem Charme. Immer mit einem Augenzwinkern.

In Sekunden im Handstand

«Burla» bedeutet im Italienischen so viel wie Schabernack. Die Tänzerinnen schreiten die beleuchtete Treppe hinunter auf den roten Teppich, Richtung Podest. Der Scheinwerfer richtet sich auf Sara Forster, die mit einer geschmeidigen Bewegung in Sekundenschnelle im Handstand auf der Vorrichtung steht und die nächsten drei Minuten Akrobatik vom Feinsten bietet.

Tanz auf dem Stuhl

Das Publikum ist kaum noch zu halten. Und das bereits kurz nach Beginn der Show. Auch in den nächsten beiden Stunden geht das Staunen weiter. Es werden die unterschiedlichsten Tanzstile gezeigt. Vom klassisch burlesken Tanz auf dem Stuhl bis zu ästhetischen Balletteinlagen und atemberaubender Luft- und Bodenakrobatik von der Gruppe Triangle. Die Kostüme, die Musikauswahl und die Choreos passen perfekt. Charmant durch den Abend führt Viola Seydel. In immer neuen pompösen Outfits verkörpert sie eine erfahrene Frau, die ihr bisheriges Leben aus der Sicht mit der rosaroten Brille erzählt. Immer an ihrer Seite Barbara Kesseli-Meier in einem zu grossen Nachthemd und roter Clownnase. Sie verkörpert die Empfindungen der Erzählerin auf theatralisch komische Weise. Einmal laut lachend, dann wieder herzzerreissend schluchzend.

Noch nie erlebt

«Ich liebe alles, was glitzert und glimmert, und ich liebe die Formen der Frau», sagt Gesamtleiterin und Choreographin Carmelina Kirstein nach der Premiere. Ihre Augen strahlen. Nach eineinhalb Jahren Planung und Proben endlich Erfolg feiern zu dürfen, ist für sie überwältigend. «Ein solches Publikum habe ich in meiner ganzen Tanzlaufbahn noch nicht erlebt», sagt sie und schüttelt ungläubig mit dem Kopf. «Für Schweizer Verhältnisse war das der Wahnsinn.»