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TÄGERWILEN: Zwei Thurgauer fahren per Velo um die Welt

Vor bald sechs Monaten haben Cécile Streit und Percy-John Weibel ihre WG im Thurgau verlassen, um per Velo die Welt zu entdecken. Sie sind schon bis zur türkisch-georgischen Grenze gekommen.
Martina Eggenberger Lenz
Percy-John Weibel und Cécile Streit posieren für ein Foto in der Grenzstadt Sarpi, im Hintergrund der Kaukasus. (Bild: pd)

Percy-John Weibel und Cécile Streit posieren für ein Foto in der Grenzstadt Sarpi, im Hintergrund der Kaukasus. (Bild: pd)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@thurgauerzeitung.ch

Etwas müde sind sie schon. Die sechs Monate des Unterwegsseins haben ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere die Winterwochen. Von einer mentalen Flaute berichtet Cécile Streit. Aber sie und Percy-John Weibel sind so weit gesund und ihre Stahlpferde gut in Schuss.

Die zwei Thurgauer haben schon mehr als 5700 Kilometer mit dem Velo abgespult. Ende Juli sind die beiden in Oberiberg, wo Percy einen Wohnwagen besitzt, gestartet. Nach dem Auszug aus dem WG-Haus in Tägerwilen war dieser temporär das letzte Zuhause des Paares vor dem grossen Abenteuer. Danach strampelten die beiden via Gotthard Richtung Süden, zuerst nach Venedig, der Adria entlang durch Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro und Albanien.

Dann ging es weiter entlang der griechischen Küste bis nach Istanbul. Von dort aus führte die Reise weiter über den nördlichen Bosporus und entlang der Küste des Schwarzen Meeres. Aktuell sind Cécile und Percy im Bereich der türkisch-georgischen Grenze. Die nächsten 1000 Kilometer sind bereits fixiert.

Ab jetzt ist Platz für Spontanität

Die Velofahrer wollen nach Aserbaidschan. Dort hoffen sie, ein Visum für den Iran zu erhalten. Von der Schweiz aus sei das nicht möglich gewesen. Nach dem Iran wollen die Thurgauer am liebsten entlang des Kaspischen Meeres fahren. Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan wären dann die nächsten Stationen. Ursprünglich hatten sie sich zum Ziel genommen, nach Nepal zu kommen. Doch führen sie die "Freiheit der Spontanität" im Gepäck. "Vielleicht finden wir morgen das Ziel Nepal ja gar nicht mehr erstrebenswert." Von nun an wolle man in kurzen Etappen planen. Die Seidenstrasse wäre noch eine Option oder auch der Pamir Highway. Nur seien die hohen Berge eben erst ab Mai passierbar. Auch wäre dann eine gute Kondition gefragt und genügend Zeit nötig, um sich an die Höhe von bis zu 5000 Metern anzuklimatisieren, gibt Cécile zu bedenken.

Zeit hätte das Paar eigentlich. Von einem Jahr war früher einmal die Rede. Da die beiden ihre Jobs, er als Sportlehrer, sie als Sozialpädagogin, gekündigt und die Wohnung aufgelöst haben, sagen sie nun: "Wir reisen, solange wir Lust haben, beziehungsweise bis wir wissen, was wir sinnvolles arbeiten können und wo wir in Zukunft leben wollen." Cécile und Percy sind seit vielen Jahren ein Paar. Die Reisesehnsucht sei stets ein zentrales Bindeglied in ihrer Beziehung gewesen. Die Reise schweisse sie zusammen. Manchmal bringe sie sie aber auch zur Weissglut. "Wer weiss, vielleicht lassen wir uns ja tatsächlich in Nepal trauen, wenn wir es bis dahin miteinander aushalten", witzelt Cécile.

Das Velo gibt der Seele das Tempo vor

Sowohl sie wie auch Percy haben vorher schon kleinere Veloreisen absolviert. Einmal sind sie zusammen mit dem Tandem von Genf nach Marseille gefahren. Speziell auf die aktuelle Tour vorbereitet haben sie sich nicht, schreiben sie. 35 Kilogramm Gepäck führen die Zwei mit. Luxusartikel sind für sie die Bluesharp, also eine Mundharmonika, Kokosöl zur Körperpflege, die Handys, Kletterschuhe, eine Hängematte und eine kleine Espresso-Maschine.

Am Anfang haben die Abenteurer noch viel gezeltet. Seit Dezember hätten sie lieber in Pensionen oder günstigen Hotels übernachtet. "Wir sind Weicheier", meint Cécile. Nach einer Etappe würden sie eine warme Dusche eben doch sehr geniessen. Und Einheimische hätten ihnen vom Wild Campen abgeraten, da es zu viele seltsame Menschen und wilde Tiere gebe. Cécile und Percy-John finden, die Fortbewegung mit dem Velo sei genau die richtige Dosis an unterwegs sein. Die Seele reise nämlich mit. Ja, sie seien Touristen in den fremden Ländern - aber irgendwie eben doch anders.

Reiseblog

www.stahlpferdgypsy.ch

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