TÄGERWILEN: Vorzeigeprojekt in neuen Händen

Der Kindertreff geht per 1. Januar 2018 in die Verantwortung der Volksschulgemeinde über. Der Verein, der das Betreuungsangebot im Dorf aufgebaut hat, löst sich auf. Präsidentin Brigitte Seger schaut zurück.

Nicole D’orazio
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Gruppenfoto: Das Team und der Vorstand des Kindertreffs Tägerwilen posieren in den Räumlichkeiten. (Bild: Donato Caspari)

Gruppenfoto: Das Team und der Vorstand des Kindertreffs Tägerwilen posieren in den Räumlichkeiten. (Bild: Donato Caspari)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Sie haben sich alle herausgeputzt. Das Team des Kindertreffs Tägerwilen hat sich am Mittwochabend zu einem Abschlussabend getroffen. «Ich möchte den Frauen so nochmals für ihre wertvolle Arbeit danken und dass diese von der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wird», sagt Brigitte Seger, Gemeinderätin und Präsidentin des Vereins Kindertreff Tägerwilen. Ein Abschluss ist es darum, weil der Kindertreff auf den 1. Januar 2018 in die Verantwortung der Volksschulgemeinde Tägerwilen übergeht.

Brigitte Seger, Gemeinderätin des Ressorts Soziales/Gesundheit und Präsidentin des Vereins Kindertreff, hört Ende der Legislatur im Mai 2019 auf. «Es sind in den letzten Jahren immer mehr Aufgaben in meinem Ressort hinzu gekommen», sagt sie. «Um den Einstieg für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu vereinfachen, habe ich mir überlegt, wie man das Aufgabengebiet entlasten könnte.» Sie habe deswegen das Gespräch mit der Schule gesucht, ob diese Interesse hätte, den Kindertreff zu übernehmen. Die Schulgemeinde sei immer mit einem Sitz im Vorstand des Vereins vertreten gewesen. In Zukunft könnten so vor allem im administrativen Bereich Synergien genutzt werden. «Die Behörde war schnell einverstanden, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich bin sicher, dass das eine gute und langfristige Lösung ist.»

Vorreiterrolle bei der Betreuung von Schulkindern

Etwas Wehmut schwingt beim Wechsel allerdings schon mit. «Man muss lernen los zu lassen», sagt Seger. Von der Änderung ist nicht nur sie betroffen. Der Verein wird im kommenden März aufgelöst. Zudem gibt es einen Wechsel in der Leitung und es sind auch nicht mehr alle Betreuerinnen künftig mit dabei.

«Was der Verein geschafft hat, ist eine super Sache. Viele Frauen im Dorf haben sich mit dem Kindertreff identifiziert. Zudem waren wir die ersten in der Region, die eine Betreuung für Schulkinder angeboten haben.» Auch andere Gemeinden hätten immer wieder bei ihr angeklopft und nach Informationen für deren Aufbau eines Angebots gefragt, meint Seger mit Stolz.

Angefangen hat alles vor 15 Jahren. Damals sei das Bedürfnis nach einem Mittagstisch für Kinder von berufstätigen Eltern erkannt worden. Nach einer halbjährigen Versuchsphase wurde der Verein im Juni 2003 gegründet. Im Zentrum Bindersgarten durfte man einen Raum nutzen. Viele Mütter aus dem Dorf haben sich freiwillig in der Betreuung engagiert. Das Angebot konnte mit Aufgabenhilfe und der Betreuung am Nachmittag sowie am Morgen vor dem Unterricht ausgebaut werden. 2007 wurde nach dem Neubau des Sekundarschulhauses der Pavillon neben dem Gemeindehaus frei. «Der Kindertreff zog dort ein und wir konnten das Angebot unter einem Dach vereinen», erzählt Brigitte Seger.

Alle haben einen Arbeitsvertrag erhalten

«Im Pavillon fühlen sich alle sehr wohl. Das ist die ideale Lösung.» Man habe 2007 gleichzeitig das ganze Konzept des Horts überarbeitet, und alle Mitarbeiterinnen hätten einen Arbeitsvertrag erhalten. Das Konzept ist ein Erfolg. Rund 40 Kinder besuchen täglich den Mittagstisch. «Es freut mich, der Schule ein blühendes Projekt zu übergeben», sagt Seger.

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