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TÄGERWILEN: Noch kein Strom aus Kompost

Die Realisierung der Biogasanlage in Tägerwilen gerät erneut ins Stocken: Gegen den positiven Bauentscheid ist beim Thurgauer Verwaltungsgericht eine Beschwerde eingegangen.
Kurt Peter
Karl-Heinz Restle Renergon International (Bild: PD)

Karl-Heinz Restle Renergon International (Bild: PD)

Übermässige Geruchsbelästigung und störender Schattenwurf: Gegen die geplante Biogasanlage in direkter Nachbarschaft zur Kompostieranlage wurde fristgerecht Beschwerde eingelegt. Da die Gemeinde Tägerwilen Besitzerin der Standort-Parzelle ist, musste das Gesuch vom kantonalen Departement für Bau und Umwelt geprüft werden. Dieses gab dem Vorhaben im Oktober grünes Licht. Bauen und betreiben will die Biogasanlage die Renergon International AG aus Lengwil. Für deren Inhaber Karl-Heinz Restle sind die Gründe für die Beschwerde nicht nachvollziehbar. «Es wird mit Schattenwurf und einer entsprechenden Entwertung der Parzelle argumentiert», erklärt er. Die Computermodelle zuhanden des Departementes hätten diese Sachlage allerdings klar entkräftet. Ausserdem gingen die Beschwerdeführer von einer übermässigen Geruchsbelästigung aus. «Dabei führen sie die bestehende Kompostieranlage ins Feld, die neue Biogasanlage verhindert solche Belästigungen.»

Es werden keine tierischen Abfälle verwertet

Denn die Fermentierung finde in einer geschlossenen Anlage in einer Halle mit Unterdruck statt. «Da ist kaum mehr Geruch auszumachen», sagt Restle. Die von den Beschwerdeführern bemängelte Betriebsbewilligung sei kein Thema, denn «alle fünf Jahre müssen die Behörden neu darüber entscheiden. Unsere Anlage verfügt über die entsprechende Bewilligung.» Die Behauptung der Beschwerdeführer, dass auch tierische Abfälle verwertet werden sollen, seien grundsätzlich falsch. Es handle sich hier lediglich um strohreichen Mist. Gar nicht gelten lässt er die Zweifel an der Anlagensicherheit. Die Beschwerdeführer bezögen sich auf deutsche Anlagen. Das Tägerwiler Projekt arbeite mit einem völlig anderen System, erklärt Restle. Die Renergon greift auf die Erfahrung von drei Anlagen in Deutschland zurück, die insgesamt über 20 Jahre Betriebserfahrungen verfügten, «ohne irgendwelche Störungen». Dass mit der Renergon International AG Hersteller und Betreiber dieselben Firmen seien, erhöhe die Sicherheit zusätzlich.

«Die Anlage in Tägerwilen hat für uns Pilotcharakter für Projekte in der ganzen Welt», erklärt der Renergon-Chef. Gerade in tropischen Gebieten, in denen nährstoff- und humusarmer Boden vorherrsche, sei das Motto «aus Abfall Werte machen» besonders interessant. Denn der aus dem Kompost gewonnene Dünger sei sehr wertvoll, zudem könne eine solche Anlage Energie erzeugen und somit den teuren, mit Dieselgeneratoren gewonnenen Strom ersetzen.

Verzögerung von einem Jahr

«Ich bedaure, dass einer der beiden Einsprecher Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingelegt hat», erklärt der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann. Auch wenn er keine Bedenken über das Urteil der höheren Instanz habe, müsse eine Verzögerung von einem Jahr hingenommen werden. «Bis zur definitiven Baubewilligung werden wir uns nicht mit Details wie Verpachtung der Kompostieranlage, Beteiligungen und Form der Betriebsgesellschaft beschäftigen.»

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