Tägerwilen lehnt Antenne ab

TÄGERWILEN. Der Gemeinderat hat ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne von Orange ohne abschliessende Abklärungen abgelehnt. Orange hat Rekurs eingereicht.

Kurt Peter
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Markus Thalmann Gemeindepräsident Tägerwilen (Archivbild: Reto Martin)

Markus Thalmann Gemeindepräsident Tägerwilen (Archivbild: Reto Martin)

TÄGERWILEN. Seit dem Jahr 2010 will die Orange Communications in Tägerwilen eine neue Mobilfunkantenne realisieren. Die letzte von drei öffentlichen Auflagen erfolgte im September 2014. «Natürlich gab es wieder viele Einsprachen», blickt Gemeindepräsident Markus Thalmann zurück. Das Baugesuch wurde im Juni an einer Gemeinderatssitzung behandelt und abgelehnt. Das Projekt am Standort Kieswerk beinhaltet einen 30 Meter hohen Mast zuzüglich Blitzfangstab und 13 verschiedene Antennen. Zusätzlich gehört ein grauer Container zur geplanten Anlage.

Alternative wurde nicht geprüft

«Ein Mast mit solchen Dimensionen mit direkter Lage an rein landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen den Siedlungsgebieten gehört nach Meinung des Gemeinderates nicht an diesen Standort», erklärt Thalmann. Eine von der Gemeinde angebotene Alternative bei der ARA sei seiner Meinung nach von Orange nicht wirklich geprüft worden.

Die Mobilfunkantenne sei im Ortsbildvordergrund oder – je nach Blickwinkel – im Hintergrund von Gottlieben geplant. Ausserdem sei im kantonalen Richtplan der Bereich dem Gebiet Vorrang Landschaft zugewiesen. Thalmann verweist zudem auf das geschützte Ortsbild von Gottlieben, das als Spezialfall von nationaler Bedeutung im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos) aufgeführt sei.

Gebiet soll geschützt werden

Auf das Inventar beruft sich der Gemeindepräsident auch, wenn er die Schlosslandschaft Untersee zitiert. Das Gebiet zwischen Tägerwilen und Gottlieben sei mit dem Erhaltungsziel A definiert. «Damit gilt es die reizvolle Wechselwirkung zwischen Schlössern und Umgebung zu bewahren, störende Eingriffe sind sogar zu entfernen.» Für den Gemeinderat sei klar: «Statt die gewachsene Situation punkto Ortsbild- und Landschaftsschutz zugunsten der sensiblen und einem sehr hohen Schutzwert aufweisenden Umgebung zu verbessern, verschlechtert das Bauvorhaben diese markant.»

Ist die Antenne zonenkonform?

Angesichts dieser klaren Ausgangslage muss nach Meinung des Gemeinderates nicht abschliessend geklärt werden, ob die Mobilfunkantenne zonenkonform ist. Ebenfalls nicht abschliessend zu klären seien die Argumente betreffend elektromagnetischer Verträglichkeit. «Gegen unsere Entscheidung, das Baugesuch abzulehnen, hat die Orange Communications Rekurs eingereicht», erklärt Thalmann. Dieser werde nun vom Departement Bau und Umwelt beurteilt. Die Ablehnung werde danach wohl von den Gerichten geprüft, so Thalmann.