TÄGERWILEN: Die Steuereinnahmen sprudeln

Die Finanzen sind im Lot: Die Rechnung 2017 schliesst um 900000 Franken besser als budgetiert.

Drucken
Teilen

«Tägerwilen bietet seinen Einwohnern nicht nur eine attraktive Lebenssituation, sondern steht auch finanziell gut da», sagt Thomas Gerwig, Gemeinderat Ressort Finanzen, an der Vorinformation über die Traktanden der Gemeindeversammlung, die am 29. Mai stattfindet. Anstelle eines budgetierten Verlustes von 134000 Franken, schliesst die Rechnung 2017 mit einem Gewinn von rund 808000 Franken. Das ist ein Unterschied von rund 942000 Franken. «Das ist natürlich sehr erfreulich und hat vor allem drei Gründe.»

Erstens habe man mehr Steuergelder eingenommen. Gut 1,1 Millionen Franken mehr als 2016, sagt Gerwig. «Pro Einwohner weisen wir eine Steuerkraft von 2386 Franken auf. Der kantonale Durchschnitt liegt bei 1995 Franken.» Erfreulich sei, dass der Anstieg breit abgestützt ist. Sowohl bei den natürlichen wie auch den juristischen Personen seien die Erträge gestiegen. «Das hat mit dem Bevölkerungswachstum zu tun, der guten Wirtschaftslage sowie diversen Investitionen in den Wirtschaftsstandort Tägerwilen.» Die Gemeinde weise eine sehr starke wirtschaftliche Basis aus und verfüge über ein hohes Nettovermögen pro Einwohner.

Die Kosten in der Sozialhilfe sind weiterhin tief

Der zweite Grund für den guten Rechnungsabschluss sei der Verkauf der Parzelle 1022, aus dem ein Gewinn von 383000 Franken resultierte, erklärt Gerwig weiter. Der dritte Punkt sei die weiterhin positive Entwicklung in der Sozialhilfe. «Diese befindet sich auf einem tiefen Niveau.»

Gemeindepräsident Markus Thalmann informierte kurz über die Vernehmlassung der überarbeiteten Gemeindeordnung. Diese soll bis Ende Juli dauern. Geändert wird zum Beispiel das Einbürgerungsverfahren. «Die Gesuche werden öffentlich aufgelegt und es wird nicht mehr an der Gemeindeversammlung abgestimmt.» Bei den Finanzkompetenzen gibt es auch Änderungen. Über Kredite unter 500000 Franken darf neu der Gemeinderat bestimmen. Bei Geschäften über drei Millionen Franken gibt es eine Volksabstimmung.

Die Stimmbürger befinden an der Versammlung auch über einen Kredit über 460000 Franken für die generelle Entwässerungsplanung. «Man wird auch mit einer Videokamera in die Rohre gehen, um deren Zustand aufzunehmen», sagt Thalmann. Es werde eine Herausforderung sein, dass das Kanalisationsnetz ajour bleibe. 835000 Franken beträgt der Kredit zur Sanierung der Meierhofstrasse. Und der Gemeinderat legt ein Reglement für eine Videoüberwachung vor. «Beim FC-Clubhaus und in der Badi kommt es immer wieder zu Einbrüchen und Vandalismus. Dort wäre die Installation von Kameras denkbar.»

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch