TÄGERWILEN: Abschied und Jubiläum

Die Gemeindeversammlung ehrt Jörg Sinniger und Alessio Beneduce für ihre langjährigen Dienste.

Urs Brüschweiler
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In Tägerwilen haben die Behördenmitglieder einen langen Atem. Für Jörg Sinniger, seit 1999 im Gemeinderat, war es am Dienstagabend jedoch die letzte Rechnungsversammlung. Er wird im Sommer, in der Mitte seiner fünften Legislaturperiode, zurücktreten. Die Gemeinde verabschiedete ihn herzlich mit langem Applaus. Zuvor hatte Sinniger seinen 18. Abschluss präsentiert. Wie oft, waren die Zahlen auch diesmal besser als budgetiert. Knapp 130000 Franken Ertragsüberschuss weist die Gemeinde für 2016 aus. Schwarze Zahlen, trotz des um zwei Prozentpunkte gesenkten Steuerfusses und eines Rückgangs der Steuereinnahmen bei juristischen Personen.

Ein Instrument, welches Sinniger 2001 eingeführt hatte, schuf die Gemeinde am Dienstag auf Antrag des Gemeinderates ab. Die sogenannte Steuerausgleichsreserve, die dazu dienen sollte, Jahre mit roten Zahlen ohne Steuererhöhungen zu überbrücken, wird nicht mehr separat in der Bilanz aufgeführt, sondern dem normalen Eigenkapital zugeschlagen.

Gemeindeschreiber Alessio Beneduce hatte am 3. Mai vor 35 Jahren bei der Gemeindeverwaltung angefangen. Auch er erhielt als «Anlaufstelle für alle und alles» einen langen Applaus.

Fast einstimmige Unterstützung fürs Bad

Der jährliche Betriebsbeitrag an das erweiterte Thermalbad Egelsee in Kreuzlingen in Höhe von 15 Franken pro Einwohner, vorerst befristet auf 10 Jahre, fand bei einer grossen Mehrheit Unterstützung. 88 Ja-Stimmen standen 3 Nein gegenüber. Zuvor hatte Gemeindepräsident Markus Thalmann, unterstützt durch die Kreuzlinger Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass, für das Projekt geworben. Er zählte auf, bei welchen anderen Institutionen Tägerwilen schon lange vom Nachbar profitiert. Fragen kamen nur wenige. Dass das Bad 150 Stunden pro Woche öffentlich zugänglich sein soll, wurde jedoch hinterfragt. Es müsste dann fast rund um die Uhr geöffnet sein, merkte ein Bürger an. Eine konkrete Erklärung, wie die Zahl zu Stande kommt, konnte ihm spontan nicht gegeben werden. Ein Kreditbegehren über eine knappe halbe Million Franken für die Sanierung der Wasser- und Stromleitungen sowie eine Beleuchtung der Pflanzbergstrasse wurde genehmigt. Ebenso wie die Überführung des Landerwerbs «Rosegarte» an der Konstanzerstrasse vom Landkaufkreditkonto ins Finanzvermögen. Gemeinderätin Brigitte Seger erklärte, dass man das Land vorerst behalten und die derzeit rege Bautätigkeit im Dorf nicht zusätzlich anheizen wolle.

Zum Schluss informierte Markus Thalmann, dass die Ortsplanungsrevision mit der Genehmigung durch den Kanton nun abgeschlossen sei. Damit sei man die erste Gemeinde im Kanton. Bei der Kastanienallee werde der Kanton im Sommer eine Bestandesaufnahme in Auftrag geben. Es gelte zu prüfen, ob auf den 15 Bäumen, die ab Herbst gefällt werden sollen, die Zahnlose Schliessmundschnecke lebt. Falls ja, werde man eine Umsiedlungsaktion für die Tierchen veranlassen müssen.

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch