Sympathisches Relikt

Dem Chretzer flattern immer wieder bunte Blätter zu – nicht nur jetzt im Herbst. Oft werben sie für eine Reise: Zum Zibelemärit in Bern, dem Rüeblimärt in Aarau oder gar dem Striezelmarkt in Dresden wollen ihn freundliche Busunternehmer fahren.

Chretzer
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Dem Chretzer flattern immer wieder bunte Blätter zu – nicht nur jetzt im Herbst. Oft werben sie für eine Reise: Zum Zibelemärit in Bern, dem Rüeblimärt in Aarau oder gar dem Striezelmarkt in Dresden wollen ihn freundliche Busunternehmer fahren. Märkte sind offenkundig eine Touristenattraktion. Nun will der Chretzer dem heimischen Jahrmarkt ja nichts Böses. Es war wirklich nett, gestern so viele alte Bekannte zu treffen. Aber könnte man mit ihm nicht auch zahlungskräftige Fremde anlocken?

Versuchen wir doch, das Rezept der Berner abzukupfern: Der Märit beginnt um vier Uhr, um zu zeigen, wie aussergewöhnlich das Ereignis ist. Das Angebot konzentriert sich auf eine Spezialität (als Gemüse, zur Dekoration oder aus Zucker). Ausserdem haben die Hauptstädter es mit der Konfettischlacht am Nachmittag geschafft, den Altersdurchschnitt des Marktpublikums deutlich nach unten zu verschieben. Also: Der nächste Kreuzlinger Jahrmarkt könnte «Chretzermarkt» heissen, um 3 Uhr früh beginnen und mit einer Fisch-Schuppen-Schlacht enden.